Band 
Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Die Alten denn die Muthmaßungen der Alten von einer neuen Welt-?); Nachrichten/welche auf sonstmuthmaßeten nichts, als auf einer verwirrten Sage, berührten, und die Vernunftschlüsse der damals auf-ms m,dem "' Mimenden Weltweisheit, welche zwar immer mehr Liebhaber fand, gleichwohl aber noch kci-Erdtheiles, ue unstreitige, viel weniger gehörig auseinander geschete, Gründe anzugeben wußte, warenauch bey den allerkühnesreu viel zu schwach, sie zu einem dermaßen großen Wagstücke zubereden. Allein, da die Vorsehung allen Begebenheiten ihre Stunde vorschreibt: so brach-te sie eine große Anzahl Erfahrungen, welche das bisherige Muthmaßen bekräftigten, undstatt eines gleichsam augenscheinlichen Beweises dieneten, in einem sehr kurzen Zeitraumezusammen. Diese Hülfsmittel, welche der menschlichen Einsicht und Herzhaftigkcit da-mals nöthig fielen, verdienen es allerdingcs, daß ihnen die Geschichte ein unvergeßlichesDenkmaal errichte ö).

а) Man sehe den Vorberkchk-

б) Es stimmen, soviel diese Nachricht betrifft, dieältesten Geschichtschreiber von America alle miteinander überein: wir wollen also nur das Zeugnißdes scharfsinnigsten und berühmtesten unter ihnen,und zwar vermittelst einer bloßen Uebersehung sei-ner eigenen Worte, beybringen. Ein gewisser be-rufener Seefahrer, Namens Martin Vincent, ver-sicherte, er habe ungefähr 450 Meilen weit vomVorgebirge Sancr Vincent in Africa gegen We-sten , etwas von Holz verfertigtes gefunden, da«zwar künstlich gearbeitet war, doch aber ohne Bey-hülfe eines eisernen Werkzeuges gemachet seyn muß-te. Indem nun der Wind schon einige Tage langbeständig an« Westen geblasen halte: so konnte ernicht anders schließen, als besagtes Holz müsse noth-wendig von einem westlich gelegenen Lande herkom-men. Peter Lorrea, welcher mit einer Schwe-ster von des Columbus Frau verheirathek war,sagere für gewiß aus, er habe in der Insel PuerroSanta, ein anderes, dem vorigen ähnliches StückHolz gesehen, und sey es gleichfalls von dem West-winde dahin getrieben worden. Auch sah er un-gemein dicke Röhre, davon eines sechs Kannenhalten konnte, daselbst; und weil sie von einer sowohl auf der Insel als in ganz Europa unbekann-ten Gattung waren; so mußte sie der ungestümeWind dahin geführet haben. Die Einwohner der«Mischen Eylande bezeugeten, es führe die See,wenn der West- und Nordostwind blase, Fichten-banme an die Küsten der Insel Gracie sä und Fa-xn!, woselbst die Natur dergleichen Bäume nichthervorbringt, ja es habe die See an der InselKlara zwo menschliche Leichen, mit ungemein brei-ten Gesichtern und von einer ganz andern Lei-besgestalt, als die Europäer, ausgeworfen. Zu ei-ner andern Zeit erschienen bey nurbesagten Eylandenzween sehr sonderbar gebaucke Kähne, welche nieunter die Oberfläche des Wassers eintauchten, und

Der

von dem Winde dahin geführet wurden. AntonioLeme, welcher aufMaVera verheirathek war, er-zählte, als er einstens mit seiner Laravelle sehrweit gegen Westen gelaufen sey, habe er feines Be-dünkcns drey ihm unbekannte Landspitzen gesehen.Zu eben selbiger Zeit bath ein anderer in nurbe-sagtem Eylande angesessener Mann, den Königvon Portugal! um Erlaubniß, ein gewisses Land,das er nach seinem Vorgeben alle Jahre, und zwareinmal wie das andere erblicket habe, zn entdecken.Ungeachtet er nun, wie es scheint, nichts ausrichte-te , so verzeichnete man doch aus sein und auf da«vorher erwähnte Zeugniß in den damaligen See-karten, um diese Gegend einige Inseln, abson-derlich aber sehete man eine sogenannte Amilla,Lso Meilen westlich von den Lanarieir und Azo-ren Eylanden. Die Portugiesen hielten sie für dieInsel ve las GiereLiudadas, oder für das siebenStädte Eyland; denn zu Folge einer bey ihnenvorhandenen Sage, sollte im Jahre 714, um derVerfolgung bey dem damaligen maurischen Einfal-le zu entgehen, eine große Menge Spanier nebstsieben Bischöfen, davon jedweder nachgehends eineStadt anlegete, dahin geflohen, und diese Begeben-heit unter Don Heinrichs von Portugal! Regierungruchtbar geworden seyn: indem nämlich ein Schiffdurch Sturm dahin verschlagen worden,das aber zumzweyten male nach seiner Zurückkunft den Weg dahinnicht habe wieder finden können. Ferner gaben sie vor,es habe die Mannschaft des nurbesagten Schiffesdeswegen keine ausführlichere Nachricht von dieserInsel mitgebracht, >veil der Schiffer aus Beysor-ge, es möchten ihn die Einwohner zum Verbleibennöthigen, in aller Eile wieder unter Segel gegan-gen sey. Diego veTiene und die übrigenPortugie-ftn, welche fich nebst einem Steuermanne, NamensDiego Velasgne; nach der Insel Faxal einge-schifft hatten, sageten aus, sie hätten nur besag-tes Eyland verfehlet/ wären von einem Südost-winde