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Reisen und Entdeckungen
Lbrrstoph behalte, wenn die Genehmhaltung in zehn Tagen erfolge; und als der Admiral wenigLolumbus. Tage hernach sie unterschrieb, sehete er noch dazu, die Aufrührer sollten innerhalb fünfzig. '498. , Tagen abreisen. Er machte sogleich Anstalt, die Schiffe auszurüsten, und Roldangieng nach Taragua zurück. Weil einige von seinen Anhängern keine tust, nach Spanienzu gehen, bezeugeten: so ließ ihnen der Admiral vermelden, es stehe bey ihnen, auf derInsel zu verbleiben, sich häuslich niederzulassen, ja sogar wieder in Dienste zu treten, nurunter der einzigen Bedingung, wenn sie die schuldige Ehrerbiethung und den Gehorsamgegen die Gesetze zu beobachten, Willens wären. Die versprochenen Schiffe gicngen nachTaraczua unter Segel, mußten aber auf ihrer Fahrt einen heftigen Sturm ausstehen, undRoldan stößt konnten um dieser Ursache Willen mehr zur bestimmten Zeit eintreffen. Diesen Vorfallihn um- nahm Roldan zum Vormunde, den ganzen Vergleich umzustoßen und vorzugeben, der Ad-miral habe ihn nur zu hintergehen gesucht. Carvajal sichrere zwar die bittersten Klagenüber diese Treulosigkeit, und forderte die Aufrührer durch einen öffentlichen Anschlag auf,den Vergleich, dafür er Bürge geworden war, zu erfüllen, es war aber vergeblich /).
Doch den allergrößten Verdruß von der ganzen Sache hatte der Admiral selbst, wel-cher seine beyden Schiffe dem Westen der Pstanzstadt aufgeopfert hatte. Er konnte sich diePerlinsel und die Entdeckung des festen Landes unmöglich aus dem Sinne schlagen. Eben dieRedlichkeit, welche ihn antrieb, eine strenge Beobachtung seiner Pflicht, der Hoffnung sogroßer Reichthümer vorzuziehen, erweckete auch eine große Betrübniß in seinem Gemüthe,daß man seine Bemühungen so schlecht vergelte. Unterdessen schrieb er noch einmal an denRoldan, und zwar in solchen Ausdrücken, welche bey jedwedem andern, als bey diesemtollen Kopfe, eine gute Wirkung gethan haben würden: allein, er empfing eine höchstübermü-thige und vermessene Antwort darauf. Wir würden uns bey der Nachricht von diesemverdrießlichen Zwiste keinesweges so lange aufhaken, wofern nicht alle und jede Geschicht-schreiber die Erläuterung desselbigen zu besserem Verständnisse der folgenden Begebcnhci-Der Admiral ten für unumgänglich nöthig erachtet hätten. Endlich, als Carvajal die Verhandlungschließt einen aufs neue vornahm, drang seine Standhaftigkeit bey den Rebellen durch. Man schloßneuen. einen neuen Vergleich, kraft dessen Roldan wieder in sein Amt eingesetzet, seinen Anhän-gern aber, unter so vorthcilhaften Bedingungen, daran nicht einmal der allergetreucsteUnterthan von Spanien nach langwierigen Dienste:: gedacht hatte, freygestellet wurde, zugehen , oder zu bleiben 2). Der Admiral bewilligte alles, und mäßigte sich so sehr, daßer nicht einmal den geringsten Schein eines Verdrusses an sich blicken ließ. Er zog in Er-wägung , das Uebel sey voritzt ansteckender geworden, als jemals, die Indianer schienen zurEmpörung bereit, ja diejenigen Castiliancr selbst, die ihm bisher am allergetreuesten bey-gestanden hatten, singen nunmehr an, den Reichthum der Aufrührer zu beneiden. Eini-ge waren schon Willens, sich in die Landschaft Aftguey bey dem Raphacls Vorgebirge zubegeben, weil sie daselbst Gold zu finden, und ihre eigenen Herren zu seyn, verhoffeten. Auf
der
>) Ebendas. „blieben, sollte ein gewisses Eigenthum, und Bar»
r) „Der Vergleich besagte, Franz Roldan „selber, eingeräumet, auch jedwedem eine Auwei-„sollte auf das neue durch einen königlichen De- „jung, seinen Sold zu erheben, zugestellet werden;„stallungsbcief zum Alealde Major ernennet wer- „der Admiral solle unter Trompeten und Pauken-„den. Es stehe ihm frey, fünfzehn Personen, wel- „schalle ausrufen lassen, es ftv alles, was man dem„chc er wolle, nach Castilien zu schicken; den übri- „Roldan und seinen guten Freunden Schuld gebe,„gen von seinem Anhange, welche auf der Insel „eine Erdichtung falscher Zeugen, die ihnen ge-hässig