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Reisen und Entdeckungen
Entdeckun-gen nach Lo-Uunbo.
Nienessa gehtnach Vera-gua.
Ojeda bauetdie Stadt St.Sebastian.
Verlanget Le-bcnsmilteiaus Hispanio-la.
Geräth inHungersnoth.
Talaverakömmt mit ei-nigen Land-läufern zuihm.
außerordentliche Größe haben, und Guacamayas hießen, Lärm machte. Allein, derAnfall geschah so plötzlich, daß wer nicht in demselbigen Augenblicke die Flucht ergriffenhatte, entweder niedergehauen, oder mit Kugelbüchsgn todtgeschoffen wurde. Die Ueber-winder steckten das Dorf aller Orten in Brand. Wer vom Niedermetzeln noch übrig war,den trieb die Gewalt des Feuers aus seinem Schlupfwinkel heraus, und die Spanier lauer-ten gleichsam zur Lust auf diese unglückseligen Leute. Man verschonete keiner lebendigenSeele, und machte folglich keine Gefangene. Als aber kein Feind mehr zusehen war: so wur-de geplündert, und eine große Beute gemachet. Nicueffa allein bekam für zwanzig tau-send Pistolen am Werthe, zu seinem Antheile. Als man die Gegend um das indianischeDorf durchsuchte, fand man des Cosa Leichnam unter einem Baume liegen; er steckete vollerPfeile, und war von dem Gifte auf eine ungeheuere Weise aufgelaufen. Sein Anblick er-weckete den Castilianern ein solches Grausen, daß keiner über Nacht an einem so fürchterli-chen Orte bleiben wollte 2).
Weil ihr gemeinschaftlicher Vortheil beyde Oberhäupter zur Freundschaft verband: soschieden sie nach geendigter Unternehmung mit großer Höflichkeit von einander, und jed-weder suchte sein Glück auf einer andern Seite. Nicueffa nahm seinen Weg nach Vera-gna. Ojeda war Willens, nach dem Busen Uraba zu gehen: er mußte aber wegen wi-drigen Windes auf einem unweit der Küste liegenden Jnsclchen verweilen, wo er Gold undeinige Indianer wegnahm. Von hier lief er zwar glücklich in den Busen, suchte aber denDarien-Fluß vergeblich auf. Nachgehends blieb er bey dem Gebirge, das die östlicheSpitze des urabischen Busens machet, legete daselbst eine Stadt an, und nennete sie SänSebastian, damit ihn dieser Heilige vor vergifteten Pfeilen bewahren möchte. DiesePflanzstadt war die zweyte, welche von den Castilianern auf dem festen Lande errichtet wur-de; denn Veragua war die erste gewesen <?).
Weil man den Cannibaffn, die im Lande wohneten, mit so weniger Macht schwer-lich gewachsen war: so schickete Ojeda sein Gold und seine Gefangene auf einem Schiffe,unter dem Hauptmanne Enciso, nach Hispaniola zurück, und befahl selbigem; ihm dagegenLeute, Gewehr und Verrath mitzubringen. Nachgehends suchte er sich durch eine hölzerneSchanze gegen die Anfalle der Indianer in Sicherheit zu setzen. Allein, weil es in weni-ger Zeit an Lebensmitteln fehlete: so waren seine Leute gezwungen, sie in den umliegendenDorfschaften, und auf dem Felde zu suchen. Aber hier fanden sie auf allen Seiten eineMenge so grimmiger und wohlbewehrter Feinde, daß es nicht rathsam war, sich weiterbli-cken zu lasten. Sie blieben demnach in ihrer Verschanzung. In weniger Zeit geriethensie in die äußerste Hungersnoth. Eine große Anzahl war bereits vor Hunger gestorben,und die übrigen erwarteten ein gleiches Schicksal, als ein Fahrzeug aus Hispaniola auf derHöhe von St. Sebastian Anker warf. Der Hauptmann deffelbigen hieß Bernardin vonTalavera. Er hakte seiner Lasterthaten wegen im Gefängnisse gesessen, entwischte aber,hing noch siebenzig andere Kerl an sich; die gleich ihn: ihren Kopf nicht sicher wußten,und nahm mit ihrem Beystande bey dem Vorgebirge Tiburon ein genuesisches Fahrzeugweg. Diese landflüchtige Rotte gieng darauf, ohne eigentlich zn wissen, wohin? unterSegel; und wurde von der Vorsehung nach Sebastian geführet, wo die Einwohner imBegriffe waren, Hungers zu sterbet!. Der Statthalter kaufte dem Talavera sogleich sei-ne»
r) Herrera 7 B. 16 §.
-) Herrera 7 D. is L.