Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
279
JPEG-Download
 

in America. V Buch. ix Cap. 279

würde, in die Seite zu fallen. Sobald die Indianer bis auf einen Bogenschuß in der FerdinandNähe waren, drückten sie ihre Pfeile ab, und fielen hernach, ihrem Gebrauche zu Folge, Lorre;. iz^.mit solchem Ungestüme auf das spanische Treffen, daß weder die Büchsen - noch Armrust-' ^ '

schützen im Stande waren- sie abzuhalten. Das grobe Geschütz hingegen raumete gewaltigunter ihrer Hauptmacht auf; denn weil sie sehr dicht beysammen stunden: so raffte jedwe-der Schuß eine große Menge Leute weg. Allein, sie rückten, um die Lücke zu füllen, alle-mal gleich wieder zusammen; erhuben ein gräsliches Geschrey, und warfen, um dem Fein-de den Anblick ihres Verlustes zu benehmen, viel Sand in die Luft, dergestalt rückten sieso nah, daß sie zum Handgemenge kommen konnten, und die Spanier begonnen die Ue-berlegenheit der feindlichen Menge bereits zu empfinden: aber auf einmal kam Cortez mitseiner Reuterey aus dem Walde gesprenget, setzte mitten in den tollen Schwärm hinein,und brach ohne Mühe durch. Die Indianer hielten die Pferde für Ungeheuer mit einemMenschen und Thierkopfe, die alles zerreißen würden, und es benahm schon ihr bloßer An-blick den allertapfersten die Hoffnung zum Siege. Kaum vermochten sie die Augen aufdiese fürchterlichen Schreckbilder zu wenden. Sie dachten folglich nur auf den Abzug.

Zwar fochten sie dabey noch immer, aber auf eine solche Weise, als ob sie sich von hintendes Auffreffenö besorgeten, und mehr für ihre Sicherheit sorgen, als fechten müßten. Weilnun die Spanier durch diesen Abzug Freyheit bekäme«:, ihr Schießgewehr zu gebrauchen:so machten sie ein dermaßen heftiges Feuer, daß der Feind bald darauf in offenbareFlucht gerieth.

Cortez ließ ihm um seine Furcht zu vermehren, die Reuterey bis auf eine gewisse Weitenachsetzen, befahl aber, das Leben der Flüchtigen zu verschonen, und nur einige Gefan-gene , die'er zum Friedensstiften gebrauchen wollte, einzubringen. Auf der Wahlstadt la-gen über achthundert todte Indianer: allein, die Anzahl der Verwundeten mußte ohneZweifel weit größer seyn. Die Castilianer verloren nicht mehr als zwey Mann, bekamenaber siebenzig Verwundete. Dieser glückliche Versuch ihrer Waffen schien ihnen bey dernachmals erfolgten Eroberung dieses Landes würdig, durch Denkmäler verewiget zu werden.

Sie erbaueren nicht nur Unser Lieben Frauen vom Siege einen Tempel, sondern gabenauch der ersten Stadt, die sie hier baueten, eben diesen Namen c).

Hierauf wurde Friede gemachet und durch Wechsclgeschenke bestätiget. Der Cacique Cortez machetvon Tabasco verehrete dem Cortez unter andern auch zwanzig Magdchen, welche, wie er Friede,sagete, für seine Leute Maisbrodt backen sollten . Man besuchte einander mit großerHöflichkeit, und ohne das geringste Mistrauen. Allein, ungeachtet die prächtigen Be-schreibungen der Castilianer von der Macht und Hoheit ihres Königes den Cacique ingroße Verwunderung setzten, so wollten sie ihm doch nicht die geringste Lust, ein Unterthanvon ihm zu seyn, erwecken e).

Der

einen Zusammenfluß von mancherley Umstandenaus Ticalongv, einer Festung an der yucatanischenGränze entführet, und durch ein abermaliges Un-glück an den Cacique von Tabasco verkauft wor-den. Wegen ihres vortrefflichen Gedächtnisses,und hurtigen Begriffes, erlernete sie das Castilia-nische in kurzer Zeit, und wurde dadurch ihremneuen Herrn ungemein nützlich. Cortez zengete ei-

nen Sohn mit ihr, welcher Don Martin Loe-te; genenuet, und wegen der vornehmen Abkunftseiner Mutter zum Ritter von St. Jacob ange-nommen wurde. Solls tadelt hier den Herrerawegen einiger Irrungen, und beschuldiget ihn, erhabe sich nicht genau genug an des Dia; Nachrichtgehalten, i B- 21 C>

e) An des Cortez Geschicklichkeit lag die Schuld