Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
283
JPEG-Download
 

in America. V Buch. IX Cap. 2gz

mexicanischen Herren, der ausländische General wolle ihnen diejenige Ehre erzeigen, welche Ferdinandin seinem Lande sonst niemanden, als nur Personen von sehr hohem Stande wiederfahre. Lorrex. i;i§.Cortez stieg mit seinen vornehmsten Kriegesbedienten zu Pferde, und rennete nach dem " v——^

Ringe. Hierauf theilete er seine Leute in zwo Parteyen, und ließ sie ein Gefecht nebst al-len bey der Reiterey gewöhnlichen Wendungen vorstellen. Anfänglich überfiel die India-ner keine geringe Angst, als sie die Pferde sahen; weil ihnen ihre Gestalt und muthigeSBezeigen sehr fürchterlich vorkam. Doch da ihr Gehorsam eine nicht geringere Verwunde-rung bey ihnen erweckete: so schlössen sie daraus, wer dergleichen unbändige Thiere zu be-zähmen wisse, der müsse allerdings mehr als ein gemeiner Mensch seyn. Als aber auf einvon Cortez gegebenes Zeichen das Fußvolk etlichemal abfeuerte, und der Donner des gro-ben Geschützes daraus folgete: so geriethen sie in solche Bestürzung, daß einige auf die Erdefielen, andere davon liefen, und die beyden Herren ihre Angst unter dem Mantel einer gro-ßen Bewunderung verbargen. Doch Cortez suchte sogleich, ihnen ihre Furcht zu benehmen; in-dem er mit einem aufgeräumten Wesen öfter wiederholte, die Spanier pflegten ihre gutenFreunde durch dergleichen kriegerische Lustbarkeiten zu beehren. Eigentlich wollte er ihnen,wie der Geschichtschreiber bemerket, zu verstehen geben, wie fürchterlich seine Waffen in ei-nem ernsthaften Gefechte seyn müßten, weil ihnen eine bloße zum Zeitvertreibe angestelleteVorstellung soviel Schrecken einjagete. Die mexicanischen Maler erfanden neue Figuren,um das, was sie höreten und sahen, auszudrücken. Einige zeichneten die gewaffneten Solda-ten in ihrer Schlachtordnung, andere maleten die Pferde, wie sie sich währenden Gefechtesherum tummelten. Sie stelleten einen Stückschuß durch Rauch und Feuer sehr gut vor,ja sogar den Knall durch gewisse helle Striche, welche etwas noch heftigeres, als einen Blitzvorstelleten.

Unterdessen, da die Mericaner sich verwunderten, machte Cortez ansehnliche Geschen- Mexikanischeske zusammen, und ersuchte sie, dem Kaiser dieselbigen in seinem Namen zu überschicken. Dorf bey demPilpatoe blieb nebst einem zahlreichen Haufen seiner Leute in der Nähe des spanischen La-gers, und ließ in weniger Zeit eine große Menge Hütten, welche das Ansehen eines weit- ^läustigen Dorfes von sich gaben, aufschlagen. Die Tastilianer begriffen ohne Mühe, daßer willens sey, ihr Thun und Lassen zu beobachten. Weil er aber vorgab, er suche sie mitdem benöthigten Vorrathe zu versorgen, und müsse deswegen nahe bey ihnen bleiben: soließen sie ihn immerhin glauben, er habe sie durch diese List, welche niemanden, als ihnenselbst, zum Vorn 'ile gereichete, betrogen. Teutile gieng in sein Lager zurück, und über-schickte von da aus dem Montezuma die eingezogene Nachricht nebst den Schildereyen seinerMaler, und den Geschenken des Cortez. Die mexicanischen Könige hielten zu diesem En-de eine große Menge Läufer, welche auf alle Heerstraßen durchs ganze Reich ausgetheiletwaren. Man las zu dieser Verrichtung junge hurtige Leute aus, und übete sie von Ju-gend auf im Laufen.

Nn 2 Acosta,

wenn er saget, sie hätten alle spanische Hauptleute schreiben gewesen, und hätten sie, in Ermangelungnach dem Leben abgemalet. Gesetzt auch, ihre der Buchstaben, die Begebenheiten dergestalt auf-Geschicklichkeit wäre so groß gewesen: so fehlete >h- gezeichnet. Man sehe unten die Beschreibungnen doch die Zeit darzu. Ebendieser Geschicht- von Mexiko,schreiber meldet auch, es sey dieses ihre Weise zu