in America. V Buch. X Cap. 46z
diesem fürchterlichen Aufenthalte blieb er so lange, als ihm seine Betrübniß die Begierde Beschreib,nach Lustbarkeiten vertrieb. vontteusps-
Alle übrige kaiserliche Häuser hatten sehr wohl angelegte Gärten bey sich. Doch durf-te weder Obst noch Küchengewächse darinnen angebauet werden, weil man dergleichen auföffentlichem Markte verkaufet?, und weil den Grundsätzen der Nation zu Folge, ein Lan-desherr sein Vergnügen durchaus nicht an solchen Dingen, damit der Unterthan seines Le-bensunterhalt gewinnet, suchen sollte. Hingegen sah man überall, auch sogar in den Ca-binetten, die schönsten Bluhmen dieser glückseligen Gegend, in abgetheileten Feldern ste-hen , imgleichen alle Gattungen Arzeneykräuter, die Neuspanien im größten Ueberstuffe her-vorbringt. Motezuma suchete eine Ehre darinnen, daß man alle Kräuter, daraus die dasi-gen Aerzte ihre Arzencymittel bereiteten, für alle Kranke in der Hauptstadt aus seinen Gär-ten holete. Diese sämmtlichen Garten und Häuser waren mit vielen Springbrunnen vonsüßem Wasser, das vermittelst besonderer Röhren aus den großen Wasserleitungen ^ahingesühret wurde, auSgezkeret.
Die adelichen Häuser mußten allerdings eine große Anzahl ausmachen, weil es we- und^*nigstens dreytausend Caciquen oder Herren über Städte im Reiche gab, und selbige gehal- Marktplätze,ten waren, alle Jahre eine gewisse Zeitlang in der Hauptstadt zu verbleiben. Hierzu kamnoch der geringere Adel, und die Hofbeamten. Es waren diese Häuser sehr geräumlich,von Werkstücken aufgeführet, auch mit Gärten und aller übrigen Bequemlichkeit, welcheReichthum und hoher Stand verlangen kann, versorget. Die öffentlichen Gebäude zekge-ten einen nicht geringern Pracht, absonderlich die Tempel, davon die Beschreibung in demAbschnitte vom Gottesdienste und Opfern folgen soll. Unter die größten Zierrathen dieserStadt gehöretcn die vielen Marktplätze, welche mit dem allgemeinen Namen Tianguizli,daraus die Spanier nachgehends Tianguez macheten, benennet wurden. Doch hattederjenige, dessen wir unter dem Namen Tlateluco bereits erwähnet haben, den Vorzugvor allen übrigen. Es ist kein Wunder, daß er bey dem Hauptsturme des Cortez alle Großerdrey Abtheilungen des spanischen Heeres fassen konnte, indem er eine solche ungeheureGröße hatte, daß an den Jahrmärkten, die man zu gewisser Zeit hielt, wenigstens hundert-tausend Personen darauf waren. Hier sah man alle Waaren, die das Reich hervor-brachte. Der ganze Markt war mit Zelten so voll angefüllet, daß man zwischen den Rei-hen kaum durchkommen konnte. Jedweder Kaufmann wußte seine Stelle. Alle dieseHandelsgezelke waren mit einem baumwollenen Zeuge, darunter man gegen Sonnenscheinund Regen in Sicherheit war, bedecket. Alle spanische Nachrichten wissen die Menge undMannigfaltigkeit der Waaren nicht genugsam zu beschreiben <r).
Setzet
welche einen großen Raum erforderten, als Werk-stücke, Ziegelsteine, und anderes Bauzeug, wa-ren besondere Orte bestimmet-Doch die reichest? Gegend des Marktplatzes wardiejenige, da man die Arbeit von Gold und Federnverkaufet?. Hier fand man alles, was man nur ver-längere, mit Federn von mancherley Farben auf dasnatürlichste abgebildet- Die Mexicaner waren in die-ser Kunst dermaßen grübet, und wußten Thiere,Bau-me, Bluhmen, Kräuter und Wurzeln dermaßen schön
vorzustellen, daß die Spanier ihre Arbeit nicht satt-sam bewundern konnten- Sie hatten ihre Gerschicklichkeit bloß ihrem »nermübete» Fleiße zu dan-ken. Mancher Künstler vergaß Essen und Trinkendarüber, wenn er die rechte Stelle für eine Federauszufinden beschäfftiget war, er wendete sie un-zählige mal, bald am Lichte, bald im Schatten, aufalle Seiten, und suchte ihre Wirkung vollkommenauszuforschen. Ihre Goldschmiedsarbeit war nichtminder schön. Sie wußt», sehr wohl mit dem
Girr