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Dreyzehnter Band.
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504 Reisen und Entdeckungen

Beschreib, und dreyßig von Campeche, liegen drey niedrige sandige Inselchen, welche an der SüdseitevonNeuspa- eine gute Ankerstelle anbiethen. Man stndet aber weder Holz noch Master, noch andere^ Thiere darauf, als große Ratten, Boubieö und Gueniers. Mait nennet diese Inseln dasDreyeck, weil sie vermittelst ihrer Lage eines vorstellen.

Campeche liegt in einer kleinen Vertiefung am Meere, ist nicht nur eine schöne Stadt,sondern auch auf der ganzen Küste zwischen dem Vorgebirge Cotoche und Vera - Cruz dieeinzige. Sie ist von trefflichen Steinen aufgebauet, die ihr einen großen Glanz beylegen.Die Häuser haben zwar keine große Höhe, hingegen ungemein starke Mauern und plattemit Ziegeln gedeckte Dächer; sie hat ein Schloß, darinnen e) der Befehlshaber mit einerkleinen Besatzung liegt. Ungeachtet sie der einzige Hafen an der ganzen Küste ist, so willes doch mit ihrem Reichthums wenig sagen. Das Beste, was im Lande verfertiget wird,das sind baumwollene Zeuge, darein sowohl die Spanier, als Indianer sich kleiden, die aberaußerhalb Landes zu Segeltüchern gebrauchet werden. Nimmt man nun diesen, nebst demSalzhandel weg, so besteht der ganze Vortheil, den Campeche hat, darinnen, daß es demHandel mit Farbholze zum Hauptsiße dienet. Eben daher hat der Name Campecheholzseinen Ursprung, ungeachtet voritzt auf zwölf bis vierzehn Meilen weit rund um die Stadtkeines mehr gefunden wird. Die Spanier Meten es geraume Zeit in besagter Entfernungander Südseite des sogenannten Champetonflusses, auf einem hohen steinigten Boden.Sie gebrauchten die Indianer aus der dasigen Gegend dazu; und damals galt die Tonnebis hundert und zehn Pfund Sterling. Als die Engländer sich auf Jamaica niederließen,und ansingen, in der Campechebay zu kreuzen, nahmen sie viele mit dergleichen Holze bela-dene Barken weg. Weil sie aber den Werth destelbigen noch nicht verstunden: so behieltensie nichts, als die Nägel nebst dem übrigen Eisenwerke der Barken. Einstens eroberte einengländischer Haupkmann ein großes Schiff, das mit gar nichts anderem, als mit Farbeholze,beladen war, und führete es in der bloßen Absicht, es zum Kreuzen auszurüsten, nach Eng-land. Hier verkaufte er das Holz, das er so wenig geachtet, und auf seiner ganzen Reisezum Brennen gebraucht hatte, wider alles sein Vermuthen, für einen hohen Preis. Hier-auf erkundschafteten die jamaicanischen Engländer den Ort, wo es wächst, in weniger Zeit;und wenn sie zur See nichts erhäschen konnten, so giengen sie nur nach dem Champeton-fiuste; denn da fanden sie unfehlbar große aufgeschichtete Holzhaufen am Strande, die zumEinschiffen schon fertig lagen, und ihnen weiter nichts, als die Mühe, sie an Bord zu schaf-fen, kosteten. Dieses trieben sie solange, bis endlich die Spanier eine starke Wache dazustelleten. Allein, weil die Engländer den Werth dieses Holzes nun einmal kannten, so such-ten sie es an andern Küsten dieser Gegend. Anfänglich fanden sie es aus dem VorgebirgeCotoche, und holeten viele Schiffsladungen weg. Als es hier dünne zu werden anfing,entdeckten sie in der Campechebay selbst einen See, Triste genannt, und setzten da ihre Ar-beit mit gleichem Glücke fort.

Vom Champetonflusse nach Portroyal rechnet man ungefähr achtzehn Meilen. DieKüste läuft Südsüdwest, oder Südwest gen Süden. Der Boden ist am Strande niedrig,und hat eine Sandbay, da man einige Bäume, und Savannen mit untermischtem Ge-sträuche sieht. Zwischen Champeton und Portroyal findet man nicht mehr, als einen einzi-gen

e) Wir haben schon angemerket, daß die Doucanier das Schloß gesprenget und die Stadt wegg«-brannt haben.