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Reisen und Entdeckungen
Beschreib, ge, in einem großen Theile der beyden America, oder wie seine Worte sind, auf tausend»onNruspa- fünf hundert Meilen in der Runde gesprochen wird I). Die Hauptstadt von Nicaragua
_, heißt Leon. Die übrigen Städte am Südmeere heißen Grenada, Gegovia^ueva,
tTlicaragua, Realejo oder Rialexa, t^icoya, Masoya oder Masiwa, Iaen undPorto St. Juan an der Mündung des Sees am Nordmeere.
Leon liegt s) in gleicher, nämlich einer Tagereise, Entfernung zwischen Aealejo undGrenada, am Ufer, und so zu sagen an der Quelle eines großen Sees, welcher die Land-schaft in ihrer größten Lange durchstreicht, und durch eine Mündung, Desaguadore ge-nannt, ins Nordmeer sich ergießt. Die Häuser dieser Stadt sind zwar sehr schön, aberauch, weil man keinen Augenblick vor Erdbeben sicher ist, sehr niedrig. Man zählet ihrerüber tausend zwey hundert, und die allermeisten haben Lust-und Baumgarten. Die Hand-lung nach beyden Meeren verschaffet alles im Ueberflusse; und weil die Einwohner bey dervortrefflichen Beschaffenheit des Landes und den vorhandenen Bequemlichkeiten des Lebensdie glücklichsten Umstände genießen, so ergeben sie sich dem Müßiggänge; sie vertreiben denTag größtentheils in ihren unvergleichlich schönen Gärten, theils mit Schlafen, theils mitVogelfüttern, oder auch mit einer guten Mahlzeit von den wohlschmeckenden Fischen ausdem See, oder von andern Leckerbißchen ihrer Gegend. Nichts störet ihr wollüstiges Le-ben, als die Furcht vor dem benachbarten Feuerberge, der ihnen ehemals öfter als einmalnicht wenig Schaden zugefüget hat. Ja, wiewohl er voritzt nicht mehr so heftig, als vorZeiten brennet, sondern nur Rauch auswirft, so giebt doch der Geruch desselbigen genug-sam zu erkennen, daß es an Vorrathe von Schwefel noch nicht fehle, sondern über kurz oderlang ein neuer Auswurf erfolgen werde a).
Von Leon nach Grenada ist der Wegso schön,daß er die Reisenden in Verwunderung sehet.Die Natur hat hier mit einer ungemeinen Fruchtbarkeit des Bodens alle ihre Annehnlichkeitenverknüpfet. Grenada ist nicht nur schöner gebauet, sondern auch volkreicher, als Leon ü). DieKaufleute sind vermögender, die Kirchen schöner, und die Klöster haben erstaunliche Einkünfte.
Gage
Ebendaselbst.
-) Unter zwölf Grad fünf und zwanzig Minu-ten Norderbreite.
ei) Nach des Gage und Correals Berichte ge-riethen einige Spanier auf die Gedanken, es wäredie Materie dieses Brandes Gold, und gaben sichdeswegen allerley vergebliche Mühe, am angeführ-ten Orte. Gage erzählet, es habe einer von denbarmherzigen Brüdern einen sehr dicken Kessel aneiner eisernen Kette in den Schlund des Feuerber-ges hinab gelassen. Er hvffete, ihn voll Gold her-aus zu ziehen: allein das heftige Feuer schmelzeteden Kessel im Augenblicke von der Kette herab.Ebendaselbst.
F) Leon ist nicht nur dem Toben des Feuerber-ges , sondern auch dem Angriffe der spanischen Fein-de mehr als Grenada unterworfen. Zum Bewei-se dienet, daß es 1684 von einigen englischen Frey-beutern abgebrannt wurde. Dampier war mit da-bey, und man lernet aus seiner Erzählung diese
Gegend etwas genauer kennen. Im Südosten vonLeon, saget er, ist ein kleiner Meerarm, welcherbis nach Leon reicht. Wir fuhren mit anbrechen-dem Tage in diese Bucht, die »«gemein enge undan beyden Seiten dermaßen niedrig ist, daß dieFluth beyde Ufer bedecket. Das Land steht so vollrother Manglebäume, daß man unmöglich durch-kommen kann- Jenseits der Manglebäume habendie Spanier eine Schanze am Flusse, um dem Fein-de das Aussteigcn zu verwehren. Sobald wir dieSchanze erblicketen, ruderten wir mit aller Machtauf das Land zu. Die Wache merkete bey demGeräusche unserer Ruder Unrath, und lief davon.Wir stiegen hierauf an das Land, und ließen vier-hundert und stebenzig Mann gerades Weges aufdie Stadt anrücken.
Die Stadt Leon liegt zwanzig englische Meilenvon der See !m Lande. Der Weg dahin ist eben,und geht über ein glattes mit Wiesengründen undeinigem Gehölze versehenes Land. Fünf englische
Meilen