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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. X Cap. 575

diesem viereckigem Bezirke, welcher unbedecket und ganz eben war, stund eine Erhöhung, Beschreib,und auf dieser ein steinernes, gleich dem Hofe viereckigkes, und von einem Winkel zum an-^nNeuspa-dern fünfzehn Klaftern langes Gebäude, mit vielen Vorsprängen, darauf Pyramiden von "^"'^ ,

eben solcher Gestalt, als man den ägyptischen giebt, stunden. Das Gebäude wurde, gleich-wie die Pyramiden, immer schmähler, je mehr es an Höhe zunahm: anstatt aber endlich ineine Spitze zuzulaufen, hatte es oben eine platte ebene vierecki'gke Fläche von sechs bis siebenKlaftern. Die westliche Seite des Tempels hatte keinen Vorschuß, wohl aber eine Treppe,darauf man bis an die obere Fläche steigen konnte. Jedwede Stufe betrug acht Zoll, dieganze Zahl aber aller Stufen, hundert und dreyzehn oder vierzehn, wiewohl einige hun-dert und dreyßig angeben. Sie waren aus einem vortrefflichen Steine gehauen und sokünstlich gemachet, daß sie in der Ferne eben so schön aussahen, als in der Nähe. Es warhöchstprächtig anzusehen, wenn die Priester diese Treppe in ihrem Amtöschmucke auf- undabstiegen. Auf dem Raume, den die obere Tempelstäche ausmachte, stunden zween voneinander abgerückte große Altäre so nahe an der Mauerlehne, daß nur ein Mensch dazwi-schen durchkommen konnte. Einer voll beyden Altären stund zur rechten, der andere zurlinken Hand. Ihre Höhe betrug zwar nur fünf Spannen: allein, es hatte jedweder seinesteinerne Rückmauer, daran er stieß, die einen Bogen über ihn schloß, und dergestalt eineCapelle vorstellete. Auf diese beyden Capellen waren als auf einen gemeinschaftlichen Grund,noch drey Böden, einer gleich weit von dem andern, zwar nur von Zimmerwerke, aufgefüh-ret, aber so künstlich überkleidet und getafelt, daß man sie für ein Mauerwerk hätte anse-hen sollen. Dieses Uebergebäude, das auf der Pyramide empor ragete, gab ihr das An-sehen eines sehr hohen Thurmes. Daher sah man sie auch sehr weit, gleichwie man imGegentheile von diesem Orte nicht nur die ganze Stadt nebst dem See, sondern auch allebenachbarte Städte und Dörfer übersehen konnte, welches denn eine der schönsten Aussich-ten, die in der Welt seyn mögen, vorstellete. Motezuma gönnete dem Cortez und seinenOfficieren wenig Tage nach ihrer Ankunft diese Lust; und der Anblick, den sie da genossen,machte sie vor Verwunderung gleichsam entzückt. Cortez dankete Gott dafür, wie der Ge-schichtschreiber ausdrücklich meldet. Er fragete seine spanischen Gefährten, ob nicht diesereinzige Anblick alle ausgestandene Mühe reichlich vergelte? Ja es erhitzte dieser Einfallseine Einbildungskraft dergestalt, daß er an eben diesem Orte, als in dem Mittelpunkte ei-nes ungeheuer großen Landes, dessen völligen Bezirk sein Muth umfing, bey sich selbst dieEroberung des Reichs gelobte ä).

Bey den Gebethen und Opfern kam niemand auf die Höhe des Tempels, als nukallein die Priester. Alle übrige Anwesende blieben unten an der Treppe, die Männer aufdieser, die Weiber auf jener Seite, mit dem Gesichte gegen Morgen gekehret. Jedwedervon beyden Altaren hatte sein Götzenbild. Das vornehmste war des Vitzilipuztli seines:man geselleke ihm aber den Tlaloch bey, welche Gottheit die Ehrenbezeugungen mit ihm

theile-

te nicht abfressen möchten. Die Flöhe und Mä- Ebendaselbst, r Buch, §o Eap.ckm, i m des Nachts vor ihren Stichen sicher zu Die Beschreibung des Acosta ist übrigens

seyn; die Frösche, damit sie ihnen Fische bescheren zwar wenig von dieser unterschieden, sie begreiftmöckeen; denn weil unter allen Fischgattungen nur aber zween Tempel in sich, welches Solls, der sichdie einzigen Fröscke einen Laut von sich geben, so ihrer bedienet, nicht wahrgenommen hat.hielten sie dieselbigen für die Götter der Fische. Herrem, ZDee. 17 Cap.