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Reisen und Entdeckungen
Beschreib, ein Denkmaal, das ihren Sieg verherrlichen sollte, oder wie Herrera meyliet, um destofleis-vonrreuspa- siger an den Tod zu gedenken. Der Ort, da man diese gräßlichen Schätze verwahret«,nie». lag etwa» eines Steinwurfes weit von dem Hauptthorc des Tempels. Es sah einem Ra-" ^ ' bensteine nicht unähnlich, war mit Kalche und Kükke von Steinen aufgeführet, und läng-
liche von Gestalt. Die Stufen, darauf man diesen Ort bestieg, waren zwar ebenfalls VoltStein, nur aber mit Menschenköpfen, welche die Zähne blecketen, untermischet. An denEcken des Rabensteins stunden Thürme von Köpfen und Kalche gebauet. Ueberdiesis wa-ren auch die Wände mit vielen in allerley Felder abgetheilten Reihen Todtenköpfe bekleidet,also daß man überall, wohin man nur die Augen warf, das Bild des Todes erblickete.Auf dem Rabensteine selbst zeigten mehr als sechzig Balken, die etwa« vier bis fünf Span-nen weit voneinander stunden, und mit Querlatten verbunden waren, eine unzählige Men-ge Todtenköpfe, die man bey den Schläfen daran fest gemacht hatte. Ihre Anzahl war sogroß, daß die Spanier, ohne diejenigen zu zählen, daraus die Thürme bestunden, überhundert und dreyßig tausend Köpfe rechneten. Es wurden eigene Leute von der Stadt be-soldet , welche nichts anders zu thun hatten, als daß sie die abgefallenen Köpfe an ihrevorige Stelle brachten, die frischabgehauenen annagelten, und überhaupt für die Ordnungdieses abscheulichen Ortes sorgeten.
Menschen- Da wir der mepicanischen Opfer und des Menschenschlachtens schon so oft erwähnet«pfer. haben: so müssen wir billig eine umständliche Beschreibung dieser gräßlichen Feste bcvbriu-gen. Es gestehen alle Geschichtschreiber, man finde weder bey den allergrimmigsten Afri-kanern, noch in beyden Indien, etwas, das der Menschlichkeit ein solches Grausen verur-sache , als dieser Gebrauch. Denn die Mexicaner schönsten nur deswegen das Blut ihrerFeinde im Kriegs, und suchten viele Gefangene zu machen, damit sie ihren Göttern einegroße Menge Menschen in aller Gelassenheit abschlachten könnten. Motezuma gestund demCortez offenherzig, ungeachtet es beständig in seiner Gewalt stehe, die Landschaft Tlasca-lä zu erobern, so schlage er doch diese Ehre nur deswegen aus, damit es ihm nicht anFeinden, das ist an Schlachtopfern für seine Tempel, fehlen möge; und es ist bereits ange-führet worden, daß jedweder Kaiser nach seiner Wahl vor allen Dingen Gefangene machen,und dem Schlachtmeffer der Priester überliefern mußte.
Umstände Herrera beschreibt die Umstände des Opferns. Man stellete die dazu gewidmeten Leutedesselben. in eine lange Reihe, und umgab sie mit einer zahlreichen Wache. Hierauf stieg ein Prie-
ster vom Tempel herab. Er war mit einem weißen Rocke, dessen Saum mit dicken Zwirn-troddeln bebrämet war, bekleidet, und trug ein aus Maizmehle und Honig verfertig-tes Götzenbild in seinen Armen. Das Bild hakte grüne Augen und gelbe Zähne §). DerPriester lief die Tempeltreppe mit großer Eilfertigkeit herab, bestieg einen großen Stein,der aus einem mitten im Hofe befindlichen und sehr hohen Gemäuer, Cssiahtipicali ge-kannt r-), hervorragete, vermittelst einer schmalen Treppe, wobey er das Bild beständig inden Armen trug. Sobald er oben war, wendete er sich gegen die Gefangenen, zeigte dasBild einem nach dem andern, und sagete daben: siehe, das ist dein Gott. Nachgehcndsstieg er auf einer andern, der vorigen gegenüberstehenden Treppe vom Steine h,rab, tratvor die Gefangenen, und führete sie in einem ordentlichen Zuge an den Ort, wo die Opfer-
Die Augen Ware» bon sehr feinen grüne»Steinen, die Zähne von Maiskörnern.
diencr
Das ist in der mexikanischen Sprache, Ad-lerstein.