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Dreyzehnter Band.
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607
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in America. V Buch. X Cap. 607

pistrte genannt. Ihr vornehmster Cacique, nämlich der von Contlan, wollte von dem Ober- BeschreibHaupte der Personen,welche vorzeiten der allgemeinen Sündfiuth entgiengen,in gerader Linie her- von Ncuspa-stammen. Daher trugen auch seine Unterthanen so große Ehrerbiethung gegen ihn, daß sie ihm" .""' ^ .

eben sowohl, als ihren Göttern, opferten. Es haben einige Spanier von vornehmem Ge-schlechte bezeuget, sie hätten den letzten unter diesen Caciquen selbst gesehen, und sty er vonseinen Unterthanen vor dem Begraben einbalsamiret worden. Nachdem sie den christlichenGlauben bereits angenommen hatten, räumete einstens eine ansteckende Seuche gewaltigunter ihnen auf; damit opferten sie ihrem alten Caciquen wieder, ja, wofern es nicht derBischof von Guaxaca durch seinen Eifer verhindert hätte, so wären sie meistentheils in ihrevorigen Gräuel desHeidenthumes verfallen. Wie man versichern will: so giebt es in ihremBezirke einen Keller oder unterirdischen Gang von zweihundert Meilen in die Länge ?).

Die Tepeaquen machten eine besondere Völkerschaft aus, indem sie vor nicht allzu- Tepeaquen.langer Zeit aus dem nördlichen Lande Chimoztoc, welches Wort soviel, als die sieben Keller,bedeutet, hergekommen waren. Nach dem Berichte ihrer eigenen Jahrbücher zogen sie ausunter Anführung eines gewissen Oberhauptes, Namens Duavisthzac. Weil sie nun indem Bezirke, wo sie heutiges Tages wohnen, keine Einwohner fanden: so baueten sie dieStadt Tepeaca auf dem Gipfel eines dreyeckigten Berges, gleichwie ihr Name anzeiget.NachgehendS breiteten sie sich auf dem platten Lande aus, und vertheilten ihren Bezirkunter die drey Söhne ihres Anführers, deren Nachkommen bey des Cortez Ankunft wirk-lich noch regierecen, und die Mepicaner für weiter nichts, als Bundesgenossen, erkannten.

Ihre Tempel haben eine so wohl ausgesuchte Lage, daß die Sonne einen beständigen Som-mer daselbst machet. Hingegen hat das ganze Land, mit Ausnahme einiger sauern Felsenquellen,weder Flüsse noch Brunnen. Die Indianer behelfen sich mit dem Rcgenwasser; die Spanierhaben mit großen Kosten einen Eanal angeleget,der es vom tlascalischen Gebirge bis mitten in dieStadt führet. Dieses Wassermangels ungeachtet ist das Land mit vortrefflicher Weide versehen.

Es hat zwar dieses Volk viele mericanische Gebräuche angenommen: man bemerket aber dochmehr Witz und Artigkeit an ihm, als an dem größten Theile der benachbarten Völker. Sieverehreten zwar ein Menschenbild, das Bogen und Pfeile hielt, und den Namen La-marzleque trug: allein, sie glaubeten nichts destoweniger einen allerhöchsten Gott undSchöpfer der ganzen Welt. Blitz, Donner und alle übrige Lufterscheinungen hielten siefür Geister, welche, um zu sehen, wie die Menschen sich aufführeken, vom Himmel Herabstie-gen, die Bosheit zuweilen bestraften, und übrigens für die Erhaltung der Welt Sorgetrügen. Die hauptsächlichste Bemühung der Tepeaquen zielete auf gute Erziehung derKinder, und auf Ordnung im täglichen Leben. Sie wurden im Namen ihrer Caciquendurch vier Richter regieret, welche in einem großen Saale zu Gerichte saßen, und daselbstnicht nur alle Streitigkeiten auf der Stelle ausmachten, sondern auch die peinlichen Urtheilevor ihrem Angesichts vollstrecken ließen. Die Halsvcrbrechen waren Morden, Ehebre-chen , Stehlen und Lügen, darum, weil man sie für diejenigen hielt, welche das größte Un-heil in der menschlichen Gesellschaft stiften »).

Die

Druckfehler vorgeganqen, und es sollen etwa zwan- «) Ebend. 2 Der. 22 Cap.jiq oder auch zwo Meilen seyn.