in America, v Buch X Cap. 629
und Silber durchaus untersaget, es sey denn, daß man diese Dinge mit dem Schwerdte Beschreib,gewonnen habe. Die Tlascalaner giengen im geringsten nicht nackend. Sie trugen eine^"^"ipa-sehr enge Weste ohne Kragen und Aermel, nebst einer Oeffnung, den Kopf durchzustecken.?""' ^ .Diese Weste reichete bis an die Knie. Ueber solcher trugen sie einen langen Rock vonZwirne gewebet. Die Pflanze, davon sie das Garn dazu bekamen, wuchs ungemein häu-fig im Lande, und wurde eben wegen ihrer Menge zu allerley Gebrauche angewendet. Sieist eine Art von Disteln, treibt sehr harre und zwo Spannen breite Blätter, nebst sehr spi-tzigen Dornen. Das Garn wird aus den Blättern gemacht. Aus dem abgängigen Wer-ke machten die Tlascaler Schuhe und Seile; mit den Stengeln decketen sie die Häu-ser. Ferner bereiteten sie aus eben dieser Pflanze ein ziemlich gutes Honig, imgleichenWein und Weinessig. Sie machten graues Papier zu ihren Schristzeichen davon. Ausden jungen Sprossen bereiteten sie eine zur Gesundheit sehr dienliche Latwerge, von sehr an-genehmem Geschmacke. Die Dornen oder Spitzen gaben, am Feuer geröstet, einen Bal-sam , der bey Verwundungen treffliche Dienste that. Endlich so dieneren eben diese Spi-tzen auch»statt der Schreibfedern, und die Spanier gebrauchten sie im Nothfalle selbst da-zu. Die Pflanze dauret zwanzig Jahre, und trägt erst im zehenten, nach dem siege-pflanzet worden ist, zum erstenmale Frucht ae).
Die tlascalischen Caciquen, oder vornehmen Herren, wurden von dem gemeinen Man-ne gleichsam angebethet. Ein Gemeiner beugte sich, wenn er mit ihnen redete, bey nahebis auf die Erde, schlug, ohne die mindeste Bewegung zu machen, den Kopf und dieAugen beständig nieder, und begab sich endlich, ohne ihnen den Rücken zuzuwenden, davon.
Die Steuer wurde mit den Früchten der Erde, und in einem so billigen Verhältnisse,daß die Abgabe auch dem Allerärmesten nicht zur Last fallen konnte, bezahlet. Die Frey-heit, darinnen man zu Tlascala lebte, und die vortreffliche Regierung, locketen von allen Sei-ten Fremde, welche der Tyranney ihrer Caciquen zu entgehen suchten, herbey; sie wurden auchohne weitere Bedingung, als den Landesgesetzen Gehorsam zu leisten, willig angenommen.
Man zählet« allein unter dem Adel ungefähr sechzig Standesherren, die sich freywillig alsUnterthanen unter den Schuß des Staats begeben hatten. Der Staat hatte Ritter, sie muß-ten aber diesen Titel entweder durch heldenmüthige Thaten oder durch heilsame Anschlägeverdienen, und wurden sodann mit großem Gepränge im Tempel dafür erkläret. Ebenso gab es auch für reiche Kaufleute gemäße Ehrenstufen, darauf sie allmählich bis zu demAdelstände stiegen. Doch mochte ein Edelmann so arm seyn, als er wollte, so durfte er keinHandwerk treiben. Keine Personen waren zu heirathen verbothen, als Mutter, Schwester,
Muhme und Stiefmutter. Die Erbschaft fiel nicht an die Kinder, sondern an des Va-ters Bruder, und es konnte eben dieselbige Person einen Bruder nach dem andern heira-chen. Die Gesetze erlaubten nicht nur die Vielheit der Weiber, sondern sie ermahneten auchdiejenigen, welche mehr als eine Frau ernähren konnten, dazu. Ticotencarl hatte fünfhun-dert r/) . Allein, es führeten nur zwey den Namen der Gemahlinnen. Gegen diese trugen
die
„zweyerley Geschlecht hatte, und verlängere es zur „lichen Geschlechts, also daß innerhalb eines Jah-„Ehe. Er that es zu seinen andern Weibern, und „res, da der Herr abwesend war, mehr als zwan-„hielt es wie eine andere. Nachdem diese Person „zig von ihr schwanger wurden. Als nun die Sa-„eine Zeitlang in dieser Eigenschaft zugebracht hat- „che herauskam, entstund großer Lärm; und weit„re, verliebte sie sich in einige von ihren Gespie- „der Herr wohl sah, es liege die Schuld an ihm„sinnen, und bedienete sich gegen sie ihres männ- „selbst, indem er einen Zwitter zu seinen WeibernAllgeMi Reiseb. XIII. Band. Hh hh ,, gethan