6zr Reisen und Entdeckungen
Beschreib. Zeit, wenn sie an die Sönne gelegt, und um ihr Aufplaßen zu verhüten, auseinander ge-vonNeuspa- breitet werden, nicht nur eine schwarze Farbe, sondern auch eine Harte. Die Spanier»irn. . besprengen sie von einer Zeit zur andern mit starkem Weine, darinnen vorher eine zerschnit-
' ' tcne Schote abgekochet worden ist. Die Vanille wächst absonderlich an der Südküste von
Neuspanien.
Achiote. Die Achiote wachst gleichfalls auf einer Staude, in runden mit rothen Kernen ange-füllten Schoten. Aus den Kernen machet man erstlich einen Teig, laßt ihn hernach trocknen,und giebt ihm endlich die Gestalt einer Kugel, eines Kuchens oder kleinen Ziegelsteines m).Wie dieMexi- Aus den bisher beschriebenen drey Kerngattungen, bereiten die Mexicaner hauptsäch-
caner Choco- lich das berühmte Getränk, welches die Spanier benebst seiner Benennung vonl«te machen, ihnen gelernet, und in ganz Europa bekannt gemacht haben. Man leitet diesen Na-men her, theils von dem indianischen Worte All oder Arte, welches Wasser bedeutet,theils von dem Gebraust des Wassers, wenn es in dem Chocolatekopfe gequirlet, ugd zumSchäumen gebracht wird. Es wird nicht undienlich seyn, wenn wir die Zubereitungswei-se der Mexicaner aus dem Gage, welcher sie zwölf Jahre lang vor Augen hatte, hierhersetzen. Er saget, daö hauptsächlichste dazu gehörige Stück ist der Cacao, das ist eineHa-selnußähnliche Frucht, etwas größer, als eine Mandel. Sie wächst auf einem Baume,der Cacaobaum genannt, in einer großen Schote, darinnen öfters wohl dreyßig bis vierzigMandeln liegen. Ungeachtet der Cacao, gleichwie alle übrige Gewächse von allen vierElementen etwas an sich hatj so ist er doch, der gemeinsten Meynung zu Folge, kalt undtrocken, wie das Element der Erde, folglich von zusammenziehender Eigenschaft: allein, da«r an den übrigen Elementen eben sowohl einigen Antheil nimmt, so hat er auch fette Theil-chen, und man bringt etwas Butterähnliches aus ihm heraus, womit, wie ich gesehenhabe, das creolische Frauenzimmer um eine desto glattere Haut zu bekommen, sich das Ge-sicht bestreicht. Es wird dieses niemanden fremde vorkommen, wenn er bedenkt, diiß mandem Cacao, wenn er zu einem Getränke bereitet wird, durch das bloße Quirlen einen fettenSchaum abjaget. Nebst dem werden ihm auch so vielerley andere Dinge von einer warmenNatur beygesetzet, daß er nothwendiger Weise vielinehr die Eigenschaft zu verdünnen und zuöffnen, als zu verstopfen haben muß. Hierzu kömmt noch dieses, wird er weder genialen,noch gequirlet, noch mit andern Dingen versetzet, gleichwie bey dem Chocolatemachen ge-schieht, sondern so wie er ist, weggegessen, gleichwie das creolische und indianische Frauen-zimmer pflegt, so verursachet er Verstopfungen, davon man eine sehr blaffe Farbe bekömmt.Da er nun, wenn er zubereitet worden ist, dergleichen Wirkung im geringsten nicht er-zeuget : so beruhet seine Tugend nothwendiger Weise größtentheils auf seine Vermischung,welche seit alten Zeiten bey den Mexicanern im Schwange geht. Der Baum, darauf er
wächst,
«) Gage H Theil a.b. 14z S. Der mepieani-sche Name heißt Achiotl. Andere nennen sieLhknguaric, und nock andere Pamac. FranzTimenez beschreibt sie folgender Gestalt: derBaum gleicht an Stamme, Größe und Gestalt ei-nem Pommeranzenbaume. Sein Laub gleicht anFarbe und Rauhigkeit dem Ulmenlaube. Die Rin-de hat sowohl am Stamme, als an den Aesten eineröthlich grüne Farbe- Die Blüthe machet einen
fünfstralichten Stern von einer weißröthlichtenFarbe. Die Frucht liegt in einer harten Schale,von eben der Größe und Gestalt, als dieSchale ei-ner Mandel hat. Diese Schale springt nach ih-rer Zeitigung auf, und laßt einen rothen Kern se-hen, welcher übrigens dem Kerne einer Weinbeeregleicht, nur aber runder ist. Die Indianer ma-chen von der Achiotl viel Wesens, und bauen siebey ihren Wohnplähen. Die Pflanze grünet das
ganze
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