Auszug der Geschichte
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Denkwürdige Begebenheiten
thaten bey dieser Gelegenheit die 4. Churfürsten am Rheine gute Dienste,die sich standhafft weigerten, der vereinigten Armee die Brücken zu über-lasten , so sie über diesen Fluß hatten. Der Kaiser thut der Reichsver-sammlung den Vorschlag, sich zur gemeinschafftlichen Vertheidigung zurüsten. Man berathschlagte sich zwey Jahre lang darüber, ehe man zueinem Schlüsse kam.
Vertheidigungöbund zwischen Frankreich und Schweden, so zuStockholm den ,4. August geschlossen wurde. In einem geheimen Ar-tickel verspricht Schweden eine Armee von r 6202. Mann in die Staa-ten derjenigen Reichsfürsten zu schicken, die sich wider Frankreich erklä-ren würden. Der Haß der Schweden wider Dänemark hatte vielleichteben so viel Antheil an diesem Bindnisse, als alle ändere Betrach-tungen.
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Die Diversion, welche der Kaiser und der Churfürst von Bran-denburg zum Besten der Hellander gemacht hatten , gab ihnen Zeit sichwieder zu erholen, und ihre Kräffte zu sammeln. Sie schlössen zu Haagden go August mit dem Kaiser und Spanien ein Off-undDefensivbind-niß wider Frankreich.
Türenne widersetzt sich dem Montecumli, und hält ihm in Fran-ken auf, da sich inzwischen der Herzog von Rocheforth von Trier Mei-ster machte, um den Churfürsten darum zu bestraffcn, daß er inHermann-stein kaiserliche Besatzung eingenommen hatte, der Herzog von Feuilladeaber die zehn Reichsstädte im Elsas eroberte. Der Bischofs von Würz-burg überläßt dem Montecuculi die Mainbrücke. Türenne wird ge-zwungen sich nach dem Rhein zurückzuziehen, und die kaiserliche Armeestößt zu denHslläudern, welche miteinander die Stadt Bonn belagern,und den 2. November einnehmen.
Der Churfürst von Brandenburg hatte an allen diesem keinenTheil. Er sahe, daß seine in Westfälischen gelegene Lande von denFranzos n und ihren Bundsgenossen überschwemmt waren, er aber zuschwach wäre, sie wieder zu erobern, daher legte er sich auf Unterhand-lungen,