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Chronologischer Auszug der Geschichte und des Staatsrechtes von Teutschland / Aus dem Französischen des Königl. Französ. Herrn Gesandschaftsraths von Pfeffel, übersetzt, von Johan Philipp Schulin
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von Teutfchland.

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unter Leopold.

Unterhandlungen zu Wiederherstellung des Friedens. DerKönig von Schweden wirft sich zum Mittler auf. Dieser, seit demSt. Germainer Frieden wider Frankreich eingenommene Prinz, billig-te die Forderungen der Alliirten, so unmajstg sie auch waren. Frank-reich verwarff sie, und der Krieg wird so hitzig als vorher geführt.Die Kaiserlichen heben die Belagerung von Belgrad auf.

164.

Die am Rheine, in Flandern und in Italien stehendengleich starken feindlichen Armeen, suchen sich blos zu vertheidigen.

Unruhen im Bißthumc Lüktich über die Wahl eines neuenBischosss. Vier und zwanzig Canonui erwählen den Churfürsten vonCöln aus dem Hause Vaicrn, welcher ein Brcvc Elegibilitatis hatte;Die zwey und zwanzig andern geben ihre Stimmen dem Teukschordens-meistcr, Ludwig Anton Pfalzgraven von Neuburg des Kaisers Schwa-ger. Der Pabst genehmiget die Wahl des erstem, und der Kaiser be-günstiget den letzter». Auch das bald darauf erfolgte Absterben machtedieser Art von Kirchenspaltung noch kein Ende. Die zwey und zwan-zig Canonici, welche ihm zugethan waren, vereinigten sich zu Gunstenseines jünger« Bruders, der damals Bischofs zu Brcsilau war; Alleinder H. Stuhl setzte sich'eifrigst wider diese neue Spaltung, und derKaiser hörte auf die Parthey seines Schwagers zu halten, um denBaierischen Hof nicht vor den Kopf zu stoßen. Der Friede ward inder Lütticher Kirche wieder hergestellet, und der Churfürst von Cölnvon dem ganzen Reiche als Bischofs erkannt.

Der Entschluß Leopolds, das Bißthum Pastau in ein Erz-bißthum zu verwandeln, um auf diese Art die alten Streitigkeitenzwischen dieser Kirche und dem Erzstiffre Salzburg, wegen der Geist-lichen Unmittelbarkeit, die sich die Bischöffe von Pastau anmasteten,

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