Ein Gott - gewidmetes Herz. 261
Ein
der Gottheit gewidmetes Geschenk.
A^echt mitten in vergnügter Lust, umringt mit tausendfachen
Segen,
Mit vielem Guten überschüttet, empfind ich eine Traurigkeit,Weil für so unverdientes Glück, so ungezählter Gaben wegen,So mancher großen Wohlthat halber,zumal in dieser holdenZeit,Ich nichts demgroßen Geber habe,zu schenken,oder zu erwiedern.
Denn Danken, wodurch bloß allein,
Es sey in Schriften oder Liedern,
Wir uns zuweilen überreden, dem Schöpfer angenehm zu seyn,Ist ja von so geringen,Werth,daß wir uns billig schämen müssen,Als wenn dieß unsre Schuld bezahlte, und Gott vergnüget
sey, zu Messen.
Jedoch, ein sonderbarer Trost fallt mir in diesem Trau-
ren bey.
Es fragt sich, ob dieß mein Betrüben nicht eine Frucht des
Hochmuths sey?
Will ich der Gottheit was vergelten? Der Schöpfer Hinr-
mels und der Erden
Will, soll, und kann derselbe wohl von einem Wurm belohnet
werden?
Aus lauter Gnad und Liebe schenken, nicht, um Belohnung
zu gemessen,
Ist eigentlich der Gottheit eigen, und kann nur aus der Gott-heit fliessen.
Da ich mich nun noch einst bemühe, ob denn so gar nichts
auszudenken:
So fallt mir doch ein einzigs ein: Ich will ihm meine Freude
schenken.
R z Der-