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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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'jigkeit sächsische oder deutsch Rohheit schalt, und sie deritalienischen feinen Lebensart so lange nachsetzte, bis erendlich mit Schaden klug worden war, und eingesehenhalte, daß diese nichts anders als schleichendes Gift der Em-pörung, Treulosigkeit und Verachtung gewesen sey. Ment«halben wo er gieng und stand waren Griechen oder Römerund Maitreffen seine Gesellschafter. Und diese Günstlingbetrachteten die Deutschen damals ungefähr eben so, wiesie noch vor wenig Jahren von jenen ausgewanderten oderausgerriedenen französischen Taugenichts, welche a» mehrdeutschen Höfen sich zu den fürstlichen Favoriten empor-geschwungen hakten, auch betrachtet wurden. An Ottokeö Dritten Hofe sahen unsere Vorfahren außer den vierdamals gewöhnlichen Erzämtern zum erstenmal eine Artvon Gardervbmeisier, (Vetkisrius) einen Oberhofmeister,(Kleister psliuii) einen römisch griechisihen Feldmai schall(klarster äliürir«), Admiral (?roeksätus nsvslis) lindmehr andere fremde Dinge. Auch eine griechische Gemah-linn wollte dieser Kaiser noch haben, die ihm aber der Todnicht gönnete. Wiewohl es sehr wahrscheinlich ist, daß erauch den deutschen, und am allerwenigsten den römischenFrauen nicht abhold gewesen sey, so daß vielleicht doch diereizende Wittwe des Crestenlius und manche andere schöneFrau willkührlich oder nicht, das wollen wir hier nichtuntersuche» ein wenig Schuld mit an dem frühzeitiger«Tod des unverheiratheten, fanftmürhigen, galanten »nd imFrauenzimmer erzogenenOtto gehabt haben mag. Ditmaeselbst, sagt daß die deutschen Frauen unter Otto dem Drit-ten anfiengen, sich nicht mehr wie Matronen, sondernwie Buhldirnen zu tragen, und sehr die Gränze» des Ehe-

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