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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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betteö überschritten!!! Otto war nie beredter,als wenn er in Noth war, nie tapferer, als wenn er seineDeutsche um sich wußte. Er hatte alle Eigenschaften zueinem recht guten Regenten eines Serails, aber Männerzu beherrschen verstand er nicht. Er versprach viel, undhielt wenig nicht absichtlich, sondern weil er nichtVkstig-keit des Charakters hatte, und mehr von seinen Leidenschaf-ten und seinen Günstlinge», als von sich selbst abhkenge.So war er stets ohne Beharrlichkeit bei der Tugend, undohne Mich ganz lasterhaft zu seyn, immer nur halb, undnie ganz was er seyn sollte. Alles dieses waren Früchteeiner verkehrten Erziehung. Hätte Otto seinen Vater nichtso frühzeitig verloren, so wäre er vielleicht ein ganz ande»rer Mann worden, denn sein Herz war unverbesserlich, sei-nem Verstände fehlte es nur an der Ausbildung, und seinenatürliche Sanftmnth kontrastierte sehr mit seinen affetkir-ten Gewohnheiten des weiland römischen und griechische»Despotismus.

Von Otto des Dritten, in der weiten Welt berühmte»Gerechtigkeit Ouckitis munäi) wußten nur die Geistlichen,seine übermäßige Sanstmurh (mitistimus) erfuhren ganzunvbrdienterweise nur seine Lieblinge, die Rbmer, die siegleichwohl nicht erkennen wollten. Seine wackern Deut-schen hatte er aber so sehr vernachlaßiget, daß sie ihn fürnichts weniger als für ein Wunder der Welt (Wrabilis,mirsbills murnli) halten konnten, sondern ihn höchstensvur unter ihre mittelmäßigen Regenten zählten.

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