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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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Heinrich II.

I0Y2. IO24.

^^asWittichindische Haus hatte Deutschland in der Per-son Heinrichs des Ersten sein größtes Oberhaupt bisher,gegeben; eben dieses gab khm jetzt in der Person Heinrichsdes Zweiten das kleinste selbst Ludwig den FrommenNicht ausgenommen. So stand den» also Heinrich der Zwei-te, genannt der Heilige, allen seinen Vorfahren und Nach-kommen am Reich bei weitem nach. Eine Wahrheit, diekein Geschichtforscher im Ernste bestreiken mochte, nochbestreiken kann. Seine Zeitgenossen sahen seine Negie-rungsnnfähigkeit gar wohl ein; daher mochten sie von ihmanfangs durchaus nichts wissen,'als erOttv des Dtitten er-ledigten Thron besteigen wollte. Alle weltliche Große ver-sagten ihm dazu einmüthig ihre Stimmen, und gaben sol-che-seinen weil verdientem Cvmpetemen. Ja, seine Ba-sen, des vorigen Kaisers Schwestern, wurden sogar verlachtund verspottet, als sie für ihren Vettern eine Verbittebei den sächsischen Fürsten einzulegen gekommen warengleichsam als wenn sie eine Verbitte gethan hätten, wel-che mit ihrem sonst gerühmten Verstände gar nicht zusam-men zu räumen sey. Heinrich war auch wirklich der Mannnicht, der sich den Deutschen hätte empfehlen können;denn erstlich stammte er aus der Wittichind - BairischenLinie ab, die beinahe in ganz Deutschland verhaßt war,

dann