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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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mehr überzeugen werden, sollten bloß dazu dienen,Deutschland glücklich zu machen, und dem Despotismusder ReichSstände gegen ihre Unterthanen, Einhalt zuthnn. Daß sein Sohl» Heinrich diese Verordnungen undEinrichtungen hernach zu einer unumschränkten Gewaltwirklich benutzte, dafür konnte Konrad so wenig, alsHeinrich der Vogler dafür konnte, daß sein Sohn Ottoder Erste, das Nämliche that.

Viel wahrscheinlicher ist es mir, daß sich Konraddiesen seinen wirklich großen Ahnherrn Heinrich den Vog-ler zum Muster gewählt habe. Wirklich findet maneine große Uebereinstimmung der Denkungö-und Hand-lungsart zwischen beiden, und beioe waren mehr Kinderder Natur, als der Kunst. Auch Konrad hatte bloß ge-sunden Mutterwitz, verstand nichts von dem, was manWissenschaften nannte, und war dem ungeachtet alleneingebildeten Gelehrten und Methodisten seines Zeit-alters weit überlegen. Allein er begriff dennoch sehrwohl, daß dieses Talent nicht Jedermanns Sache sey;deswegen ließ er seinen Sohn und Nachfolger darinnenunterweisen, wie sein Ahnherr und Muster Heinrich derVogler, mit Otto dem Ersten gleichfalls gethan hatte.

Wenn also gleich unter ihm, so wenig als unter Hein-rich dem Vogler, die deutsche Nation Epoche in Ansehungder Wissenschaften machte, so machte sie unter beiden de-stomehr wichtige Schritte znr Verbesserung der Sittenund Einführung der Ordnung und guten Gesetze. Beide

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