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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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sahen in den Fehlenden auf die Umstände, unter denensie fehlten, auf Erziehung, Verstand und Gelegenheit, undHeide waren keine Apologeten der Todesstrafe.

Was KonradS Vorfahre» einmal zum Reiche ge-bracht hatten was dem Reiche bereits durch Verträgegesichert zu seyn schien was ihm diesem nützlich zuseyn dünkte was also Unklugheir und Feigheit verra-then hätte, wieder fahren zu lassen; das ließ er durchausnicht an. Eben deswegen bestand er unabänderlich aufder Vereinigung Burgunds mit Deutschland, wodurch erdessen König Rudolph den Dritten, dahin brachte, daßer den mit Heinrich dem Heiligen eingegangenen Erbver-trag, aller Weigerungen und Ausflüchte ungeachtet, mitihm erneuern mußte.

Aus keinem Falle kann man sich von dem Patrio-tismus , der Seelengrbße, Langmuth und TapferkeitKonrads, einen bessern Begriff machen, als eben aus die-sem. Ich muß hier nothwendig erst das wahre Ver-hältniß der Sache zeigen.

Als Heinrich der Heilige gestorben war, fanden sichmehrere deutsche Fürsten, wovon jeder mit dem Königevon Burgund zunächst verwandt seyn, und ihn erbe» woll-te. Der eifrigste war Ernst, Herzog von Schwaben, derStiefsohu Konrads, welcher unter allen gerade am we-nigsten Ansprüche auf die Erbschaft zu machen hatte;weil seine Mutter, durch die er eigentlich erben wollte,

noch