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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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und den, Herzog Friedrich von Lberlothnngen gänzlich,überhäufte sie noch obendrein mir Gnadensbezeigungen,und ließ ihnen ihr Land.

Friedrich ward von Stund an der innigste und thä-tigste Freund des Kaisers. Allein die beiden Andern wur-den dadurch nicht gerührt; im Gegentheil standen sie aufdas Neue wider Konrad auf. Er überwand sie übermal,ließ sie zwar jetzt auf einige Zeit gefangen setzen, dochüber bald wieder los, gab ihnen ihre Länder zum zweiten-mal zurück, und Kcnrad dem Jüngern, Kärmhen, so wieErnst Kempten dazu.

Man glaube ja nicht, daß er hier eine Handlungauf Kosten seiner Staatsklugheit begangen habe; dennRhemftanken und Kärmhen waren zu sehr von einanderentfernet, als daß sein Vetter durch den Zuwachs vonKärmhen wesentlichen Nutzen für seine weitaussehendenAbsichten hatte ziehen können: vielmehr mußte er seinevorige Macht nothwendig schwächen, indem er mit denKräften des einen Landes das andere zu vertheidigenhatte. Wirklich ward von dieser Zeit an, Konrad derJüngere dem Kaiser und dem Reiche mehr nützlich alsschädlich.

Kempten nutzte dein unruhigen Ernst zu seinem Vor-haben auch nichts; denn gerade dieses Ländchen war ei-nes von denen mit, die treu und fest an ihrem Reichsober-hanpt hiengen und die auch allmählig das Herzogthum

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