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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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Es war doch wahrhaftig einmal hohe Zeit, die Deutschenan den Gedanken zu gewöhnen, daß ihre Fürsten nichtihre Tyrannen, sondern bloß ihre Vorgesetzten seyn soll-ten, die selbst unmittelbar unter den kaiserlichen Befehlenin Staatssachen stünden, und ihrer Würde vom Reichs»vberhaupt wieder entsetzt werden könnten, wenn sie solchemißbrauchten. Aber Konrad war viel zu klug, als daßer mit Gewalt durchgerissen haben sollte. Er verfiel aufein noch kräftigeres Mittel, welches uns sein großes Mu-ster abermal vor Augen stellt, das heißt: Er machte eineMenge Pfalzgrafen.

Auch um die Kaiserkrone scheint es ihm so wenig alsHeinrich dem Vogler zu thun gewesen zu seyn. Konrad,der sie ebenfalls nicht für nöthig einem deutschen Reichs-vberhaupt hielt, und sie ebenfalls nicht mit dem Bluteseiner Deutschen erkaufen wollte, sah gleichgültig zu, alsdie Italiener sich über die wichtige Frage hernmstritten,wer das unschätzbare Glück haben sollte, sie nach Hein-richs Tode zu beherrschen und als diese Frage fast ein-stimmig dahin entschieden ward, daß von diesem Glückeder Deutsche gänzlich, und für immer ausgeschlossen seynmüsse. Er mag wohl herzlich gelacht haben, als daraufdie Italiener ihre Kronen zur Schau aushiengen, und sievon den getraumten Liebhabern kein einziger zu kaufenLust hatte; sey es nun aus Furcht oder aus Hochachtungfür Konrad, oder aus Bewußtseyn ihrer eigenen politi-schen Schwäche, oder daß sie sich eben auch für überzeugt

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