roo
Man war indessen sehr verlegen, wie man L»>thar auf den deutschen Thron bringen wollte, und eSscheint wirklich, daß man hier, als unter beinahe ähn-lichen Umstanden wie bei der Wahl Heinrichs des Hei-ligen, auch die nämlichen Maasregeln habe ergreift»wollen. Bei Jenem wie bei Lotharn-, suchte man vorallem, den Jnnhaber der ReichSinstgmen um sein ihm«»vertrautes Gut, die Reichökleinodien, zu bringen,und nahm hierauf in Abwesenheit der andern Kompeten-ten und der meisten ihrer Anhänger, die Wahl vor.Lothar ausschlüßig war und blieb zugegen, und durftenur ansehen, wie seine geistlichen Patronen zn seinemBesten, den Namen Gottes, oder das Veni 8snäi:s8pirku8 mißbrauchten; gleichsam als wären sie wirklichdurch den heiligen Geist in den Stand gesetzt worden,ungeachtet ihrer Partheilichkeit und Eigennützigkeit, dieWahl auf 6ne Gott wohlgefällige und der Menschheitnützliche Weise leiten zu können. Wie wenig sich in-dessen besonders die bairischen Bischöfe davon über-zeugen konnten, sieht man aus ihrer Unzufriedenheitüber dieses einseitige, hinterlistige und auffallend eigen-nützige Wahlgeschäft. So konnten sich auch viele An-dere nicht überzeugen, daß der heilige Geist auf Lo-thar« verfallen seyn sollte. Höchst unzufrieden, ver-ließen sie daher das Wahlzimmer.
Ich widerspreche nicht, daß man in den allerältvsien Zeiten, die Gewohnheit gehabt habe, die Gewählt