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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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verlohr, hatte er niemand anders als seiner so oft und «Mvielmal zu Schulden gebrachten Felonie zuzuschreiben.

So lange Konrad sich der Leitung seines Brudersallein überließ, grenz alles gut. Durch seinen Beistandboth er ehemals Lothar» die Spitze machte er diefeindseligen Unternehmungen eines abtrünnigen Waffen-bruders fruchtlos, erhielt er endlich jenen ehrenvol-len Frieden, wobei man ungewiß blieb, wer Siegeroder Besiegter war: Lothar oder die Bruder Hohenstan-fen. Seinem Bruder Friedrich hatte er es größtentheilSzu danken, daß er in der Folge wirklicher König derDeutschen ward, und daß er es nicht bei dem leerenTitul eines Königs von Italien bcwandt seyn lassenDurfte. Und Friedrich war es eigentlich auch, der denFeind seines Hauses demüthigte, der jene entschei-dende Schlacht bei Weinsberg gewann und der Kon-rad in den Stand setzte, dem Schwager Vladislaus seinBöhmen wieder geben zu können.

Jetzt komme ich aber auf diejenige Epoche, woFriedrich aufgehört hat, in seinem Bruder zu regieren,und von welcher angefangen, sich eigentlich Kvnrad erstcharafterisiren läßt. Ach muß daher diesen Zeitpunktausdrücklich bemerken, der sich mit dem Jahr 1145. un-gefehr, anfängt.

Von dieser Zeit an, erblickt man Konrad in seinerBlöße, sieht ihn Thorheiten auf Thorheiten hänfen,

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