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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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Man möchte es Friedrichen als einen unüberlegtenSchritt anrechne», daß er mit dieser verhaltnißmäßiggenommen Handvoll Leute, dem ihm weit überlege-nen Feinde eine Schlacht lieferte; allein man muß sichin seine Lage setzen. Sein Ansehen, die Frucht seinervorherigen Siege, das Resultat vieler schlaflose» Nach-te, sein Verdienst um die KaiserwürLe und um Deutsch-land, womit er sich in der Geschichte der Deutschen zuverewigen, und sich einen unverwelklichen Lorbeerkranz zuWinden hoffte, dieß alles stand jetzt auf dem Spiel.Er ward geschlagen, zum erstenmal geschlagen, »nd«zukam mit äußerster Gefahr seiner Sicherheit nach Pa-via> welches ihm treu geblieben war.

Dieser Unfall nöthigte ihn, mir dem verhaßten Alex-ander in Unterhandlungen zu trete», ihn als rechtmäßi-gen Pabst zu erkennen, und ihm wieder in Italien ein-zuräumen, was dem römische» Stuhl zuvor gehört hat-te. Allein die mathildischen Besitzungen, um welche esdem Pabst hauptsächlich zu thun war, und in Absichtwelcher, Lothar dem Pabst bekanntlich so viel zum Nach-theil des Reichs und der Kaiserwürde zugestanden hatte,gerade diese räumte er Alexander« durchaus nicht ein.Calixten beredete er, die päbstliche Würde wieder fahrxen zu lassen, und Alexander«, daß er diesem nichtsentgelten ließ. Hierauf hielt er mit dem Pabst zu Ve-nedig, eine Zusammenkunft, wobei auch mir Sicilieu undyiit den Lombardischen Städten Waffenstillstand gemacht

war.