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Versuch einer auf Thatsachen gegründeten und freimüthigen Charakteristik der Kaiser und Könige Deutschlands / von Dr. Johann Georg Leuchs
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gewesen seyn würde, wenn er darinnen mehr Nachden-ken und mehr wahre Vaterlandsliebe gefunden hätte.

Eben so, dachten auch einmüthig seine Deutschen,wiewohl zu spät. Da er nicht mehr war, sahen sieerst insgesammt ein, was er für ein großer Mann war,und was sie au ihm verlvhceu hatten. Der größte Theilder Deutschen hielt fest an seinem Sohn und Nachfol»ger Konrad, weil er an Grundsätzen und Thaten sei-nem Vater nachahmte. Es fiel ihnen nun auf einmalauf, daß man ihren Friedrich so heimlich begraben hat-te; sie wurden unwillig darüber, und sagten sich einan-der ihre Meinungen inS Ohr. Gleichsam als wenn eSihnen unmöglich geschienen hätte, daß ein solcher MaMwirklich tvd sey» sollte, hofften sie von Zeit zu Zeit, daßer aus einer harten verheimlichten Gefangenschaft, wiesie wähnten, wieder einmal zum Vorschein kommenwerde. Sogar noch dreisig Jahre hernach, mußte Kai-ser Rudvlph, der Habsburger, einen Betrüger hinrichtenlassen, der ihm um so gefährlicher war, weil er täuschen-de Aehnlichkeir mit dem sehnlich gesuchten allen Fried-rich, und dadurch die Aufmerksamkeit und Zuneigungdes Volks gewonnen hatte.

Allein sie halten geirrt die guten Deutschen, er warwirklich schon lange nicht mehr im Reiche der Lebendi-gen, denn er starb an beigebrachtem Gift, auf der BurgFiorenzola in Apulien, den iz. December 1250. in sei-nem