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Zweyter Band
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Dom Edmund Johann Baptist Düret. 525

Folge seiner Gelübde, die er erneurett, und die er Le-benslang ohne einige Unterbrechung erfüllte.

Da er der Weltweisheit und Gottesgelahrtheiezu St. Denys en France obliegen sollte, so that er sichdarinn so hervor, daß sich seine Lehrer eben sowohl, wiediejenigen, die seinem Dispukiren beywohnten, ver-wunderten. Er hatte aber das Unglück, daß er inder Gottesgelahrtheit einen eifrigen Violinisten bekam,der jedoch ein vortreflicher Ordcnsmann war. Er nahmdie schlechten Meynungen seines Lehrers an, und da ervorzüglich ausgesucht war zur Behauptung einiger all-gemeinen Sahe, so war ihm Befehlgegeben worden,eine Disputation dem Herrn LTlikole zu überbringen,der zu St. Denys durch einen Aufenthalt bekanntworden , den er zur Zeit des Kardinals von Reizdaselbst gehabt hatte. So bald als dieser große Gok.tesgelehrke die Disputation erhielt, so schauete er hinein,und da er darauf gerieth, was wider die vermeyntcnJan sechsten schimpfliches darinnen vorgebracht war,so sagte er zu dem jungen Ordenömann folgende Worte,welche Dom Dürer nachher oft wiederholet hat: Meinguter Bruder , man hintergehet Euch. Istja ein Iansemst in der Welt, so bin ichs. Ichglaube nichts von allem dem, was Luch Eu-rer Lehrmeister in Eurer Disputation in dieFeder gesagt, und von allem, was er Euch alsausgemacht, und von den Iansenisten behau-ptet in den Mund gelegt. Diese mit einer mit-leidigen Gebärde ausgesprochenen Worte rührten da.mals den jungen Candidaten nicht, der allzusehr fürseine schlechten Häfte eingenommen war, um sich an-ders zu besinnen, und zu eilig, als daß er ein Gespräch,das ihm so nützlich gewesen wäre, langer hätte fortse»Hen sollen. Jedoch stellten sich eben diese Worte, diein sein Gedächtniß eingeprägt, und mit einem redlichen