Dom Edmund Johann Baptist Düret. 527
hatte, wie Sie vorgeben. Der Jesuit gab vor, derH. Gregor von Nyffa habe ihn verdammet. Somüßte dieß im prophetischen Geiste geschehen seyn, ver-setzte der Benediktiner, weil dieser Vater lange Zeitvor dem H. Augustin verstorben. Ich irre mich,sagte der Jesuit, ich wollte den H. Gregor vonNazianz nennen. Es erfolgte von Seiten des DomDürer eben dergleichen Antwort, aber so deutlich aus«einandergeseht, daß die in Verwirrung gerathenenJesuiten , nachdem sie ihn dem ohngeachtet mit Hös.lichkeit zurück begleitet gehabt, von diesem gelehrtenKampf an den Pater de la Chaise, den Beichtvaterdes Königes, Bericht abstatteten, welcher sich hier-über bey dem Prior zu S. Germain des Pres beschwer,te, und den gelehrten Streiter zu sehen verlangte.Die beyden Benediktiner fanden sich also bey ihm ein,und es gieng alles in Höflichkeit ab. Da sie der P.de la Chaise verabschiedete, so sagte er zu D. Dü-ret : Nun Herr Pater, wenn wir uns iniceinander in der Lehre vereinigten, so würdenwir bald die Meister seyn. „ Ich bin von gan,„ zem Herzen der Meynung, versetzte der Benedikti.„ ner: aber ohne Nachtheil der Rechte der Wahr«„ heit. " Seit dieser Begebenheit hakten die Jesui-ten allezeit einen darzu abgerichtet, der Vernunft-schlösse vortragen mußte, so bald als Dom Düreraufstund, um die Seinigen vorzubringen.
Dieser gelehrte Ordensmann hatte zu Paris Ver-bindungen und Bekanntschaften, die seiner Lehre undGottesfurcht gemäßer waren. Von 1703. an hatteer den Vortheil die hochwohlgebohrne Fräulein vonJoncoux kennen zu lernen , die er bis in den Todhochschätzte, deren Gottseligkeit, wie er zu sagen pflegte,ihn noch in seinen letzten Tagen einbalsamire. Sieübergab dem Dom Dürer die Handschriften von Pore.
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