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an einen jungen Prinzen.
zu mir rufen lassen, und ihm, in des AngebersBeyseyn, alles Böse sagen, was mir von ihm be-richtet worden. Dieses nenne ich, setzete der an-dere Alte hinzu, einen giftigen, mit Galle vermisch-ten Dunst: allein, es wird noch ein anderer, dermit Zucker vermenget ist, gefunden, welcher in demglatten und lieblichen Geschwatze, das die Schmeich-ler führen, besteht. Sie bilden großen Herren ein,daß Unbändigkeit eine Lebhaftigkeit, daß Fahrläßig-keit und Verschwendung eine Freygebigkeit und Gut-thätigkeit, daß Dummheit ein guter natürlicher Ver-stand sey; daß die Verachtung anderer das Mittelsey, einen rechten Werth auf feine eigene Person zusetzen; daß krumme Sprünge zu machen und sichauf der Erde zu wälzen eine Geschmeidigkeit, daßEigensinnigkeit eine Sündhaftigkeit, daß die Härtegegen seine Bedienten das Wesen der Herrschaft aus-mache: und daß Faulheit und zerstreuete Gedankeneine Tiefsinnigkeit sey, und so ferner. Nein, fuhrer fort: eines Prinzen Ohren sind bestimmet, Weis-heit, Wahrheit und anderer löblicher Regenten Bey-spiele anzuhören.
Ich hörete meinen Alten mit Geduld zu, weilmir deuchte, daß sie vernünftig redeten. Da esaber zu weit gieng: so fagete ich, daß Ihr Ohren-weh, mein Herr! Ohrenstiche genannt würde
und