420 Eines alten Mannes Briefe
Der XVIII Brief.
Gnädiger Herr
I
ALB L Ürde es wohl einem Fürsten und Prinzenunanständig seyn, wenn er sich bey müßi-gen Stunden mit der Landwirthschaft vergnügete?Ich lege diese Frage vor, weil ich weis, daß meinVerlangen, Eure Königliche Hoheit vollkommenzu sehen, mich bisweilen so weit herum führendürfte: und ich halte es daher für besser, meineMeynung anderer Beurtheilung zu unterwerfen, alsmich auf meine eigene zu verlassen.
Ich weis zwar wohl, daß veränderte Zeitenund Sitten nicht mehr erlauben, so wie vorher ge-schehen ist, mit eben der Hand das Schwerdt zuziehen und den Pflug zu führen. Allein, ich binauch danebst versichert, daß Handel und Haushal-tung den Grund zu eines Landes Aufnahme, Glück-seligkeit und Wohlstände ausmachen.
Ich glaube auch, als eine wohlgeprüfte Wahr-heit, was das Sprichwort saget: ReZis acl ex-
emplum