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Briefe an einen jungen Prinzen von einem alten Manne : in zweenen Bänden / aus dem Schwedischen übersetzet von J.D. Reichenbach.
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rz8 Eitles altem Mannes Briefe

stehen. I kam iono mslckii, e !e pArole feminc,spricht Boccaccio. Der Neid wird gezwungen, zuschweigen, und dessen Worte sind unbeweislich, wennThaten und Werke reden.

Gleichwie ein schönes Angesicht und wohlgebil-deter Körper die äußerliche Schönheit eines Men-schen bestimmen: so machen die Tugend und ihreAusübung dessen innere Schönheit aus.

Wir mögen so weit herum denken, als wir im-mer wollen, worinnen eigentlich unser Beruf bestehe,und wozu der eine Mensch, in Ansehung des andern,erschaffen sey: so bleibt der Schluß doch, daß wirvornehmlich dazu verordnet sind, um unter uns, dereine des andern Spiegel zu seyn. Warum trachtenwir nach dem, was man einen großen Namen, Ehre,Ruhm und Ansehen nennet, da dieses alles uns nurbeunruhiget und abmattet, und in sich selbst einNichts ist, welches nach diesem Leben uns nicht dengeringsten Vortheil bringt? Gott hat es also für giltbefunden, damit wir uns an den Handlungen derGroßen und Erhabenen spiegeln, ihren hervorleuch-tenden Tilgenden folgen, und ihre sichtbaren Fehlervermeiden mögen, wie auch damit die menschlicheGesellschaft dadurch Sicherheit, Vergnügen, Ge-schähe, Zuversicht, innerliche Hülfe und Bey-stand erhalte.

Eure