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Eines altern Mannes Briefe
gung gelesen zu werden verdienet, daß Vernunft undNachdenken über den Aberglauben und die Unacht-samkeit gegen das allgemeine Beste siegen müssen.
Die ehrlichen Schweizer, welche sich in derWiege vor dem Tode fürchten, im Felde aber sichnicht von ihm erschrecken lassen, haben unter einervierjährigen geprüften und richtig befundenen Erfah-rung, die Blattern einzupfropfen, die Zahl ihrerEinwohner mit einigen Tausend erretteten Kindernvermehret.
In der Provinz Wallis wird mit den BlatternHandel getrieben. Der eine Jüngling kaufet sie fürzween bis drey Stüver von dem andern, und über-läßt sich nachhero der Wartung erfahrener Aerzte,welche ganz unfehlbar alle Folgen, so wohl desFiebers, als der Zufammenstießnng zuvor kommen,indem der ftärkefte Gift der Blattern durch die leich-te Ritze in der Haut, die der ersten Blatter zurHerberge gedienet hat, ausdünstet, und alle unan-genehme Ueberbleibfcl der Narben und Verunzierungdes Gesichtes dadurch verhindert werden.
Es würde, gnädiger Herr! zu verdrüßlichund weitläuftig fallen, wenn ich hier alle Umständeund Gründe anführen wollte, die mich überführethaben, daß die Einpfropfung der Blattern eine dervortrefflichsten Erfindungen sey, welche unsere er-leuchtete