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Briefe an einen jungen Prinzen von einem alten Manne : in zweenen Bänden / aus dem Schwedischen übersetzet von J.D. Reichenbach.
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Z9O Eines altern Mannes Briese

Der XXXVIII Brief.

Gnädiger Herr!

Z L^n einer Versammlung der Thiere, da einesjeden Laster und Unarten von gewissen Sit-tenrichtern getadelt wurden, mußte auch ein Ochsshervor treten.

Siehe da, schrye der ganze Haufen der Thiere,da kömmt der eigensinnige Ochsenkopf, der sich nim-mer will jagen lassen! Unsere Mühe bleibt gewißlichumsonst: denn wenn man mit Besserung eines soeingewurzelten unheilbaren Lasters unablaßig an-halten wollte, so würde solches nichts anders seyn,als daß man noch eigensinniger seyn wollte, als derEigensinn selbst. Schwatzet ihr nur, sagete derOchse, ich thue doch, was ich will. Es giebt stär-kere Thiere, als ich bin. Edlere, tapfere, beherz-tere Thiere sind in unsern Wäldern, als ich bin. Eineinziger Fuchs hat mehr Verstand, als zehn PaarOchsen. Alles, was ich und alle die Meinigen nochvermögend gewesen sind zu lernen, ist das, daß wirein dummes Vieh sind. Womit soll ich denn

prahlen?