Brief an den Herrn von S- 9
denen Bewegungsgründen der Vernunft zu wider-sprechen , weil man dieselbige nicht für zureichendhielte; was wäre hartnackigter, als eine Sache zuleugnen, welche alle Völker auf dem ganzen Erd-boden glauben, daß sie wahr ist ? Und was wärestrafbarer, als in einer so wichtigen Sache einenZweifler abzugeben, und sich nicht einer zuverläßi-gen Wahrheit zu belehren? Vor Zeiten durfte mangar nicht den Beweis führen, daß ein Gott sey;denn niemand, zum wenigsten unter Millionen, zwei-felte kaum einer daran. Zu unsern Zeiten, dadavon Beweise gefodert werden , so müssen auchZweifler seyn, die Erfahrung zeiget solche im Ueber-fluß, wir finde»; aber auch in vielen Schriften dieseWahrheit auf das kräftigste vertheidiget. Ichhabe dieselbige, dünkt mich, ebenfalls ganz deutlichin meinem Gedichte gezeiget, ob zwar vornehmlichmeine größte Bemühung dahin gegangen, die Auf-erstehung Jesu Christi als das Vorbild unserer-Auf-erstehung zu erweisen. Das will einigen noch eilthärterer Knoten seyn. Sobald wir aber ein höch-stes Wesen einräumen, so lasset er sich leichtlich auf-lösen, und mich beucht, die angeführten überzeugen-den Gründe in meiner gebundenen Rede, müssenjedermann in die Augen leuchten. Aus der em-pfindlichen Wirkung, daß ein Gott sey, und aus
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