Band 
Erster Theil.
Seite
XXXVIII
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XXXVIII

Lebens-Beschreibung.

selben in vertraulicher Freundschafft lebte; sondern auch einer unsrerbesten Teutschen Poeten war, der, eben wie jener, zuerst die schulfüch-sische hochtrabende Schrcio-Arr vermieden, und den guten Geschinackwieder bey uns eingeführet hat.

Unser Besser erblickte die Welt an einem Freytage, zwischenfünf und sechs Uhr des Abends, den achten May des tausend sechs-hundert und vier und fünfzigsten Jahres, in Curland zu Frauenburg,an welchem Orte sein Vater als Prediger, und, wegen seiner Gelehr-samkeit und erbaulichen Aufführung, bey dem berühmten HertzogeJacob von Curland in hohen Gnaden, wie bey vielen des dortigenvornehmsten Adels in besondrer Hochachtung stand. *

Den funfzehenden darauf erhielt er, in der Tauffe, den Nahmenseines Vaters, Johann, der es an sorgfältiger Erziehung dieses seineserstgebohrnen Sohnes so wenig als die Mutter ermangeln ließ. Siewar eine aus dem adelichen Geschlechte der Einhorn, und auch einesGeistlichen Tochter, dessen Vor-Eltern sich, wie verschiedene andreCurlandische adclicheZweige, und unter andern auch die von Loben,damahliger Zcitumstände halber, zu dem Prediger- Llmte gegeben,und den geistlichen Stand erwchlet hatten. * *

Es äusserte sich bey ihm, gleich von seiner Kindheit an, ein erhabe-ner Geist, ein munteres Wesen und eine ausnehmende Lehr-Begier-de. wodurch er sich überall so beliebt machte, daß ihm von einigen hohenStandes *** erlaubt ward, in Geftllschafft ihrer Kinder, eines glei-chen Unterrichts bey verschiedenen Lehrmeistern zu gemessen, welche,

* Davon singt Besser selbst in dem I. Theil Bl. Z IO. dieser Neuen Aus-Leichen - Gedichte auf seinen Vater, im gäbe:

Laßt seyn, daß noch so viel der hohen Häuser stehen,

D>e unserm Seligen auch in der Erufft geneigt,

Daß unser weise Fürst ihn gerne mögen sehen rc.

**Daher bekam noch ihr Aeiter-Va- Einhorn in den Registern des Curlän-ter, welcher der erste Gnperiütendeiit dischen Adels,in Curland gewesen, von dem damahli-gen Hertzoge das Beywort Esel in den Unter solchen war sonderlich der

fchrifftlichen Verordnungen, welches Vater des nachherigen Curlandischendamahls niemand als dem Adel zuge- Land-Hofmeisters von Brmcke, in dcs-standen ward. Man findet auch noch scn Stammhause der junge Besser da-diese Stunde den Geschlechts Nahmen mahlen gröstenrheils erzogen ward.

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