Band 
Erster Theil.
Seite
LX
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b.x

Lebens-Beschreibung.

Er muste sich daher eines schärften Urthels befahren, nachdem ersich dieserhalben auch vergeblich nach Dreßden gewendet hatte. Weilihm aber dergleichen bey seinen damahligen Absichten allzunachthei-lig seyn konte, trachtete er dahin, die Sache in der Güte zu vermitteln.Seine vornehme Gönner und andre ansehnliche Männer wüsten auchHerrn D.EarMv endlich dergestalt zu besänftigen, daß er selbst ineinem eigenhändigen Schreiben, sich eifrigst bemühete, damit nichtnach der Strenge wider Bessern verfahren werden möchte. *

Nachdem jedoch einige Befreundte seiner Kühleweinin, die ihmtheils ihres besondern Nutzens halber abgünstig waren, theils auchfeine Verdienste nicht kanten, und sonderlich einige Frauen, die eine sobemittelte und Verlangungs-wehrte Braut lieber einem ihrer Be-freundten in die Arme spielen wollen, von diesem Zufall den Verwandentlehnten, ihm seine Beförderung in Sachsen so wohl, als sonderlichden Besitz seiner Geliebten, immer mehr und mehr sauer zu machen,lenckte er sich noch m demselbigen, nemlich im Mosten Jahre nachBerlin.

Wie nun das Gerüchte von feiner Hertzhafstigkeit und tapfernFaust, eher als er, daselbst angelangt, der damahlige Fürst von Des-sau ihm auch sonderlich gewogen, und vorher schon einmahl in hoherPerson dazu gekommen war, als Besser, unweit Dessau, sich mitzween Officiren in einem Zweykampfe geschlagen, und nicht wenigerMuth als Fertigkeit bezeigt hatte: So nahmen Jhro Durchl. un-sern Besser, als sie solchen in der Churfi. Vorkammer fanden, höchst-Znädig bey der Hand, und führten ihn zu einigen darinne befindlichenGrossen des Hofes, worunter viele hohe Kriegsbediente standen, mitdiesen Worten-. Meine Herren, hier ist derjenige wackre junge Cur-länder, von dessen Tapferkeit ich euch so viel erzehlt habe.

Dieses gab dem Heldenmüthigen Churfürsten Friedrich Wil-

* Es ist nochnnter den BesterischenPapieren eigenhändig vorhanden, warLateinisch vorn 24. Apr. Mo.und zwaran den damahligen Rcctor der hohenSchule, Herrn Professor Fellern ge-stellt als eben den solgendenTag darauf

der Akademische Senat wieder versam-melt und das Endurthel gegen Besserngesprochen werden sölte, daher diesesSchreiben um so mehr von guter Wür-ckung, als ohnedem Herr Fester ein be-sondrer Freund unsers Brssers war.

Helm