L.XVI
Lebens-Beschreibung.
te, und forderte vorher Genugthuung dieserhalben, bevor er sich mitdem Spanischen Hofe, gedachten Schiff-Streits wegen, vermengenwollte. * Dabey ward Bessern ausdrücklich angesonnen, dem Chur-fürsten selbst, nicht aber dessen Räthen solches zu berichten. Er ließsich auch aus zweyerley Gründen dazu verleiten. Erstlich, weil er dasVertrauen des Englischen Hofes zu seiner Person dadurch zu gewin-nen, und so dann in seiner Verschickung desto leichter allda durchzu-dringcn verhoffte. Fürs andre, weil er solches als eine erwünschteGelegenheit ansähe, sich an dem von Fuchs zu rächen, welcher ihm An-laß zu dem Argwohn gegeben hatte, als habe er ihn, nicht einiger Be-förderung, sondern einer gantz andern Ursache halber, von Berlin ent-fernen wollen. Diejenige, denen die Gemüths - Neigungen obge-dachten Staats-Raths einiger Massen bekannt worden, können diewahre Absicht aus unsers Verfassers eigenen Worten am besten erra-then, wann er in der Kühlcweinin Lebens-Beschreibung seht: Siehabe bey nahe zwey Jahre über seine Abwesenheit klagen, solche Zeitaber dieser zwey und zwanhig-jährigen Penelope zu einer Probier-Schule ihrer Tugend gedeihen müssen ; das Hof-Leben wäre vielen iVersuchungen unterworffen, ihre Beständigkeit aber dadurch be- ^wehrter worden. **
Dem sey aber, wie ihm wolle, Besser schlug einen blossen. Dervon Fuchs war so fein, daß er der Sache einen gantz andern Schwunggab, als der Churfürst ihn darüber anließ; und dieser befahl hernach,seinen Residenten in einem den 25. des Heumonats abgefertigtenSchreiben ernstlich zu verweisen, daß er die Sache gleichsam zugcstan-
* ?ufenäorik äs redu; eeMs krl- len aus des Raths-Herrn Wagner inaerici Wlik. iVlsgni I.. xvin. §. 117. Leipzig über ihren Tod verfertigten 8ei-sagt auch etwas hiervon. chen- Gedichte:
" Darauf zielen auch folgende Zei-
Zwar die Empfindlichkeit, die ihre Treu erwiesen,
AIs dich dein Fürst erkießt nach Engelland zu gehn,
Wird, wie es billich ist, noch letzt an ihr gepriesen;
Mehr aber die Gedult, worinn sie muste stehn.
Zumahl, wann ihr die Zucht so aus den Augen blicket,
Daß auch Tarqviniern dadurch der Muth entfallt,
Weil ihres Mannes Bild sie nur allein entzücket,
Ob seinen Fuß gleich noch ein Meer zurücke halt.
den,