Staats-und Lob-Schrifften. 4z
Erwegt, wie unsern Ruhm offt dessen ärgster FeindAuch dann befördern muß, wenn ers zu hindern meint.
Die Schweden, unsre Freund und alten Bunds-Genossen,
Mit welchen wir vorher noch einen Bund geschlossen,
Befielen unsre Marck, durch Franckrcichs List verhetzt,
So bald fast unser Held den Fuß daraus gesetzt.
Es sengt und brennete der sonst geprießne Wrangel,
Und preßte Volck und Land durch Plünderung und Mangel,
Die Feinde hauseten, wie Christen nie gewohnt,
Indem sie nicht Altar, nicht Kirch und Kelch verschont.
Sie brachen in die Stadt, erpreßten Dorffund Felder,Beraubten Mensch und Vieh, verwüsteten die Wälder,
Sie gruben Todten aus, so tief man sie vcrmaurt,
Daß es ihr König selbst und Feld-Herr hat bedaurt.
Wer kan, was sie verübt, der Länge nach ermessen?
Damit wir aber es begünntcn zu vergessen,
Hieß ihnen dieser Raub und dieser Friedens-Bruch,
Uns nur vorn Rhein zu ziehn, ein gütlicher Versuch.
Die unverhoffte Post von diesen ThätligkeitenKam unserm Helden vor bey sehr betrübten Zeiten,
Als eben ihn die Gicht aufs Lager hingestreckt,
Und ein sehr grosser Fall sein gantzes Haus erschreckt.
Er lag, erlegt und schwach, bey Carl Aemilens Leiche,
Und opferte, nebst sich, sein eigen Blut dem Reiche.
Doch war es nicht genug für die gemeine Ruh,
Es kostet ihm nunmehr sein Eigenthum dazu.
O wie war uns zu muth! wer hielt uns nicht verlohren,
Da so gehäuffte Noth sich wider uns verschworen?
Der Held, weit von der Marck, kranck, krafftlos und betrübt,
Da unterdeß der Feind bey uns Gesetze giebt.
Doch, wen der Himmel sucht durch Thaten zu erheben,
Dem muß die Mißgunst selbst dazu den Anlaß geben.
Der angezwungne Krieg beneidet unsern Held,
Und öffnet seinen: Ruhn: dadurch ein weites Feld.
Es