Band 
Erster Theil.
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Staats-und Lob-Schafften.

Nach der vollbrachten Zucht wardst Du als Rath behalten,

Dem Hofe vorzustehn, den man für ihn gewehlt.

Du wiest am kleinen schon, wie grosse zu verwalten,

Und wie Dir weder Muth noch Witz dazu gefehlt.

Wer weiß nicht, was dein Fürst als Chur^Printz ausgestanden,Wie aller Bosheit Wuth auf euch verschworen war?

Da halff Behutsamkeit, um nicht gewiß zu stranden,

Du bliebst behertzt in Noth, bedachtsam in Gefahr.

Hiebey hat noch dein Prinh zwölf Jahr im Rath gesessen,

Wo auch der grosse Staat durch eure Hände liess.

Dadurch habt ihr den Grund des Meeres ausgemessen,

Und kein Geheimniß blieb euch mehr darinn zu tiess.

Des Hauses Nutz und Recht, des Hofes krumme Räncke,

Der Fremden List und Trug, der Händel Sckstauigkeit,

Entdeckten sich vor euch wie die erforschten Bancke..

Und so verwaltest Du dein Amt von langer Zeit.

Dein Friedrich hatte Dich schon dazumal erlesen,

Sein nächster Rath zu seyn, auf den er sich gelehnt:

Der bleibest Du auch noch, Du bist, was Du gewesen;

Nur daß im grossen Staat dein Werck sich ausgedehnt.

Wein endlich kan er auch wohl ungefährm trauen?

Er kennet Dich nunmehr als Jüngling, Mann und Greis.

Du dienst von Jugend auf; nun fängst Du an zu grauen,

Und zwar in Lieb und Leid verehrend sein Geheiß.

Der also lebenslang ihm treu und hold verblieben,

, Bleibt so viel billiger nun von ihm ungetrennt.

Ja weil Du Lehrer warst, wer kan ihn treuer lieben,

Als Du, der seinen Werth am allerbesten kennt?

Die That Pygmalions wird durch Dich Ruhm erwerben;

Er liebte wundersam sein wohlformirtes Bild.

Du wirst vielmehr verliebt in deinen Friedrich sterben;

Denn keiner weiß, wie Du, was dieses Kunst-Stück gilt.

Als bleibet wohl dein Glück ein rechtes Tugend-Zeichen.

Und ist die Danckbarkeit nicht überall so reich;

E So