Band 
Erster Theil.
Seite
94
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94 Staats - und Lob - Schafften.

Dein 3) Vater habe nichts zu thun Dir hinterlassen.

Komm klage, wie Du thatst, als Du zur Chur gekommen:

Dir sey durch seinen Ruhm all dein Verdienst benommen.

Was hast Du nicht gethan, so lange Du regiert?

Die Zeugen davon sind Europens meiste Staaten;

Und ist es nicht genug, was Du Letzt ausgeführt?

Die Cron aufdeinem Haupt steht Dir für alle Thaten.

Hier hast Du was gethan, was keiner noch der Brennen,

Und schwerlich einer auch, nach Dir, wird stifftcn können.

Vom Dritten Friederich wirst Du der Erst aniht;

Weil Du der Erste bist, der deine Cron erfunden.

Dein Haus, das diesen Schatz von Dir allein besitzt,

Bleibt Dir in Ewigkeit für diß Geschenck verbunden.

Heist aber solches nichts? wenn man dereins wird sagen:

> Dom ersten Friedrich kommt die Crone, die wir tragen.

Ist Friedrich Wilhelms Werck die Souveränität?

So ist von deiner Macht die Majestät entsprungen.

Dort war des Hauses Glanh wie in der Morgen-Noth;

Nun ist die Sonne selbst durch Dich hervor gedrungen:

Nun steht die Herrlichkeit am hellen lichten Morgen,

Die dort im Schatten noch der Hoffnung lag verborgen.

Es sind dreyhundert Jahr, daß dein erlauchtes HansVon einem Friederich den Chur-Hut hat empfangen.

Allein Du löschest itzt den alten Friedrich aus;

Nun ist ein neuer Lauff des Hauses angegangen:

») Seine Majestaterinnerkcn sich damals der Geschichte des jungen Alexan-ders, der gleiche Klage von feinem Vater Pbilippus gcführet, und meinten,daß sieein solches ungleich mehr, und sonderlich bey den so vielen und gros-sen Thaten ihres höchst-seligsten Herrn Vaters, zuhesorgen hatten. Aberdiese Bescheidenheit Seiner Majestät ist so herrlich belohnet worden, daßsie nicht allein, wie Alexander, mehr als genug zu thun gefunden; sonder»auch mit ihrer Crone ein so hohes Werck ausgerichtet welches Dero glvr-würdigster Herr Vaier mit allen fernen Tl-aren zwar adgezielet, aber dochnicht zuwege bringen können.

Was