Band 
Erster Theil.
Seite
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n6 Staats - und Lob - Schafften.

then, sich nicht anders als in ihrem Deutsch einbilden kön-nen. Es gehet ihnen hicrinnen, wie vor Zeiten den uner-fahrnen Amerieanern, welche das im Lande gewachseneGold gegen der Europäer bunte Federn vertauschten, undnoch wohl glaubten, viel gewonnen zu haben. Andere, dieendlich die Sprache lieben, kräncken dennoch ihre natürlicheReinigkeit, und machen es, wie vormahls gewisse Weiberzu Rom, die ihren Buhlen viel zu wenig zu sagen vermein-(-) Durch ten, wenn sie nicht Griechisch in das Latein mischten. ManAunq/rem-weiß nicht, durch was für einen überhand genommenender Wörter. Mißbrauch, die meisten ihr Deutsch mit so viel fremden ohneNoth eingeflickten Worten verstellen, daß ihre Schafftenund Reden viel eher einem aus mancherley Lappen zusam-men gestückten Bettel-Mantel, als einem einträchtigen Ge-webe gleichen, und die Ausländer daher zu glauben Anlaßnehmen, daß unsere Sprache dürffrig, rauh, und ungeschlif-fen seyn müsse. Der bekannte Boileau saget von einemseiner Landsleute, dem Ronsard/ die Nedens-Art betref-fend: A)

Er redet das Französch aufGriechisch und Latein:

Und wir möchten von den Unserigen der fremden Wörterwegen klagen, daß sie ihr Deutsch nicht nur auf Griechischund Latein, sondern auch noch auf Italiänisch und Fran-zösisch reden ; indem sie diese vier Sprachen, oder doch diedrey letzteren, unaufhörlich mit der ihrigen vermengen. Noch8ttichm?q Edere, und die auch fast noch schlimmer handeln, thunsM'tz nenrr schlechterdings das Gegentheil. Unter dem Schein, allesttchenWör- Fremde zu verbannen und abzuschaffen, welches doch in vic-len weder müglich, noch rathsam, erfinden sie gantz neue undungewöhnliche Wörter; die zwar dem Grunde nachDeutsch und eigene Land-Gewachse, aber doch ihrer wun-derlichen und unnatürlichen Zusammensetzung wegen, für

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