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Staats - und Lob - Schafften.
gesetzt, daß es nicht lächerlich wäre, sich mit einer so zufälli-gen Sache, als die Geburt ist, berühmen wollen : So wür-den sich doch die theils unbekanten, theils zweiffelhafftcn Ah-nen, oder etliche armselige Huben Landes, überaus schlechtzu einem Fürsten reimen, der bey allen seinen Hertzogthü-mern und Chur-Hute sich ohne eigene Tugend nicht edel ge-nug geschähet. Wie wolte da ein träger, unmäßiger, ruch-loser, oder sonst einem Laster ergebener Diener, sich mit ei-nem so arbeitsamen, mäßigen, frommen und tugendhafftenHerrn vergleichen? oder tönte man hoffen, von einem sol-chen Fürsten nicht so eben beobachtet zu werden ? der so ge-nau auf alles acht hat, daß er auch der geringsten Unord-nung seiner Tafel, oder auch nur eines an seinen Soldatenverspürten Mangels gewahr wird: Wie zwar ehmahls andem grossen Alexander gerühmct worden ; aber unsereHofieute und Offener, an anserem Fürsten es täglich er-fahren.
Die Chur-Fürstliche Gemahlin, die Durchlauchtigste DEom-Sophie Charlotte, wird uns diese Behutsamkeit nicht derweniger einschärften. Die meisten Leute, die sie ansehen, 8-8.fallen zwar alsobald auf dieser Fürstin äußerliche Gestalt,welche dann würcklich so entzückend und wunderbar, daßselbige gantz allein ihr schon genug gewesen wäre, ihr allerUnterthanen Hcrhen und Ehrerbietigkeit zu erwerben. KeinZweifel, sie hätte mit ihrem blossen Antlitz, eben so wohl, alswie es von jener Fürstin gesaget ward, a) gantze Königrei-che gewinnen können ; und in der That ist sie dadurch dieBeherrscherin des weiten b) Brandenburgs geworden.
Jedoch so ausbündig auch ihre Gestalt, so wissen dennochdiejenigen, die ihre Gemüths-Gaben kennen, daß der so wohlgebildete Leib nur das geringste Theil ihrer Vollkommen-heit sey. Ihr majestätisches Wesen, ihre großmüthige,
s) NeAnum poter»8 kr>c ore mereri. 10, 26z.
d) xroxrior tce^rrii tscier? v. 264.
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