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Moderne Geister : literarische Bildnisse aus dem 19. Jahrhundert / von Georg Brandes
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Henrik Ibsen.

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Abgrundes, welcher das Existirende von dem Erwünschtenscheidet, kopfüber springen zu lassen, und sich selbst augen-blicklicher xWrestation auszusetzen. Ja, sogar der Dichter kanneine so abstract ideale Lebensanschauung nur in direct, an-deutungsweise, oder vieldeutig aussprechen, in dramatischerForm durch voll verantwortliche Personen, also mit jedemVorbehalt, was den Autor selbst anbelangt. Selbstverständ-lich waren es nur plumpe Gegner, welche den grausamenScherz mit dem Torpedo unter die Arche Legen fürbuchstäblichen, blutdürstigen Ernst halten konnten; dieseLebensbetrachtung bedingt also und führt mit sich einenDualismus zwischen Theorie und Praxis, zwischen dem Indi-viduum und dem Bürger, zwischen der geistigen Freiheitund jenen praktischen Freiheiten, welche die P'orm einerVerpflichtung haben einen Dualismus, der sich in derWirklichkeit nur durchführen lässt von einem in der Ver-bannung lebenden Dichter, welcher nach Staat, Gesellschaft,Politik, Parteien und Reformen gar nichts zu fragen braucht.

Auch das Ideal von geistiger Vornehmheit, welchesdieser Lebensanschauung entspringt, scheint mir nicht dashöchste zu sein. Gewiss sorgt ein ausgezeichneter Schrift-steller am besten für seine äussere Würde, wenn er sichnicht ins Handgemenge begibt; gewiss ist es vornehm, sichzurückzuhalten, sich nie in Tagesstreitigkeiten zu mischen,niemals einen Zeitungsartikel zu schreiben. Aber vornehmer,dünkt mich, handelt man, wenn man es macht wie jenelegitimistischen Generäle, die sich als gemeine Soldaten zumDienst in Condes Armee meldeten, und die es trotz ihrerGeneralsepauletten nicht verschmähten, sich zuweilen zuFusse und in erster Reihe zu schlagen. Von ihrer innernwirklichen Würde büssten sie dadurch nicht das Geringste ein.