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Johann Christoph Stockhausens Sammlung vermischter Briefe
Entstehung
Seite
26
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all die epische Einfalt, oder die natürliche Majestät,die nichts stndiertes an sich hat, erblicken und ohn-geachtet der Dichtung, wird man in der Religi-on wahre Vortheile davon haben. Es kömmtviel darauf an, wie das Gedicht gelesen wird,mit welcher Gemüthsfaffung, in welchem Ton;denn es ist wohl gewiß, daß ein jeder Affectseinen eigenen Ton erfordert. Und gesetzt end-lich , ich könnte Ihnen meine Meynung nicht' demonstrativisch beweisen, so fühlet es doch mein^ Herz, das ßierinn keine ungültige Stimme ha-ben muß, daß sie wahr ist; es empfindet allemalgroße Regungen der Gottseligkeit, wenn ichden Meßias lese. Es scheinet, daß man den Lie-dern aus dem Kirchen Gesangbuche einen beynahe göttlichen Ursprung zuschreibt, und daherkömmt die Ehrfurcht, die uns mit der Aufer-ziehung für sie eingeflößet wird ; es kömmt dieGesangweise hinzu, und das Singen trägt oh-ne Zweifel viel zur Andacht bey; sie gehen ge-schwinder ins Herz, weil sie den Verstand nichtlange aushalten; aber die Empfindungen, diesie verursachen, sind daher auch nicht sehr anhal-tend. Der Meßias hergegen heißt ein Gedicht:Hievor scheinet die Andacht zu stutzen; die Er-findung