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Johann Christoph Stockhausens Sammlung vermischter Briefe
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155
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kannt, und ihn loßgesprochen wieder nach seinerPfarre zu Blargnac zurückgeschickt; diesesansehnliche Gerichte würde dem Lächerlicheneines solchen Verfahrens entgangen seyn, wennes sich über die Hexenmaterien nach der Maxi-me des Parlaments zu Paris gerichtet hätte;aber diese Herren halten sich hier von selbst fürgeschickt genug, und wollen von andern keinMuster nehmen. Wie man sagt, so wird manihnen einen wichtigen Proceß übergeben, wel-cher schon bey vielen Gerichten anhängig gewesenist, und über welchen sie den lehren Spruch thunsollen. Ich weiß nicht, ob Sie in Parishaben davon sprechen hören: Doch, dem seywie ihm wolle; wie mir der Fall sehr außeror-dentlich vorkömmt, so will ich ihn immer aufgerade wohl erzählen. Eine Nonne hatte sichin einen Cavalier verliebt, der ihr seine Angele-genheiten vor dem Gitter entdecket, und ent-. schloß sich über die Mauern des Klosters zuspringen, um sich in seine Arme zu Werften. DieLiebe ist, wie man sagt, unter dem Schleyer erben so heftig, als unter der Mönchskutte; dasheilige Mädchen suchte also alle Mittel, die sienur erdenken konnte, um sich in Freyheit zu sez-

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