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Johann Christoph Stockhausens Sammlung vermischter Briefe
Entstehung
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196
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hundert und fünf und sechzig mal herumwelzenmüssen, bevor sie auf den vorigen Punkt käme,weil ihre Laufbahn länger wäre. Nun habe ichzwar einmal gehört, daß unser Kalender nichtganz richtig seyn soll, aber der Unterscheid kanndoch nicht sehr beträchtlich seyn.

Für mein Theil, mein Fräulein, ich halte dafür,daß die Veränderungen in den Witterungen vonundenklichen Zeiten eben dieselben gewesen sind,als jcho. Ich habe eine alte Dame gesprochen,welche sich erinnert, daß es in ihrer Jugendmanchmal im May und Junius eben so kalt ge-wesen ist, als es nun. Das hat aber wiederverändert.

Unsre Einbildung ist Schuld an unserm Vor-urtheil. Wir waren jünger, wir ergehten uns,wenn es schönes Wetter war, die Erinnerungdavon bleibt in unserem Gedächtnisse kleben; wirhaben die Augenblicke vergessen, die wir mißver-gnügt zugebracht haben. Daher scheinet es uns,daß damals bessere Zeiten waren. Hören Sienur alte Leute reden, sie werden Ihnen immersagen: Zu meiner Zeit war man gegen dasFrauenzimmer gefällig, da konnte man noch hieroder da einen Kuß erbeuten; jeßt küssen sie

nicht.