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Thränen von meinem geliebten Abelard redensoll. Ich, die ich nichts als euer Unglück em-pfinde, ich sage euch nichts von meinem Zustan-de, darinn ich mich aus Liebe zu euch befinde:Verlassen, betrübt, und ohne Trost (denn ichkann von keinem andern, als euch, Trost anneh-men ) empfange ich nicht einmal von euch einigeNachricht. Schlaget mir doch zum wenigsteneure Hülfe nicht ab, ich beschwöre euch deswe-gen , und erzählet mir alles aufrichtig, was euchangeht, es mag so schmerzhaft seyn wie es will.Wenn es wahr ist, daß ein getheilter Schmer;leichter zu ertragen sey, so werdet ihr einigenTrost empfinden, wenn ihr mir die eurigen er-zählet. Entschuldiget euch nur nicht damit, daßihr meine Thränen schonen wollet, euer Still-schweigen kostet mir derselben eben so viel, als mirdie Erzählung eures Unglücks kosten würde. Wennihr aber mit eurem Schreiben so lange verziehenwolltet, bis ihr mir angenehme Sachen zu be-richten hättet, so fürchte ich, würdet ihr garzu lange warten müssen. Glück und Tugendsind selten beysammen. Wenn ihr weniger tu-gendhaft wäret, so würdet ihr vielleicht glückli-cher seyn. Gönnet mir also das Vergnügen,P 4 von