-4- LT U W
könnt. Mein GOtt! welch eine Niederträch-tigkeit, so zu reden. Ich darf an nichts als anGOtt denken, und rede beständig von einem Man-ne. Ihr zwingt mich dazu. Grausamer! War-um liebt ihr mich nicht mehr? Warum betrügtihr mich nicht zum wenigsten damit? Ihr wür-diget mich nicht einmal, mir ein einziges Mittelzu lasten euch zu entschuldigen. Wie? Könntihr euch wohl entschließen mich niemalen zu sehen.Ach! schreibt mir doch einigemal. Betrügt euchdarinnen nicht: Eure Eydschwüre haben euchmir zu eigen ergeben, und ich habe kein anderGelübde gethan, als beständig die eurige zu seyn.Nichts in der Welt muß unsere Herzen trennen.Ich habe mich eingeschloßen, weil ihr es so ge-wollt habt. Dies ist mein ganzer Beruf: Ihrwisset es wohl, und inzwischen ist eure Kaltstn-nigkeit doch nur die einzige Belohnung meinerGefangenschaft. Ich muß mich unter den Ver-lobten GOttcs schämen, daß ich einzige dieMagd eines Menschen bin. Ich bin das Haupteiner ganzen Communität, ich sollte ihnen mit gu-ten Exempeln vorgehen, und ich bin einzig undallein dem Abelard gewidmet. Welch ein Aer-gerniß ! Erleuchte mich doch, allmächtiger GOtt!
Macht