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Unterredungen, Monologen, Phantasien eines Weltbürgers über die französischen und helvetischen Staatsumwälzungen
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Sokrates und Crito.

Gespräch über die Freyheit. i8oU

Sokrates.

Sie sind also sehr stolz, mein lieber Crito,ein freyer Mann zu seyn?

Crito.

Wenn ich weniger stolz darauf wäre, würdeich dieses Glük verdienen?

Sokrates.

Sie haben recht, der göttliche Homerdachte, wie Sie, als er sagte: das Joch der Skla»verey beraubt einen Menschen der Hälfte seinerLugend. Inzwischen soll uns nicht, je kost-barer uns dieseFreyheit ist, desto mehr darangelegen seyn, genau die Natur ihrer Rechte

zu kennen, zu wissen, was ihr auszeichnen-der Karakter sey?

Crito.

Giebts ein großmüthiges, empfindsame-Wesen, das dieses nicht wissen kann?Sokrates.

Wirklich sehe ich Niemand, der nicht glaube,davon den deutlichsten Begriff zu haben; und

gleich-